Dienstag, 18. März 2014

Rezension: Nora Schwarz * Nylons: Der Schwan

E-Book: 76 Seiten
ASIN: B00EEG29N2
Preis: --
E-Book: 2,99 EUR
Reihe: 5. Teil
Erscheinungsdatum: August 2013
 
 
 
 
Inhalt:
Armin ist Physiotherapeut und sucht eine neue Stelle, am liebsten wäre es ihn in einem privaten Haushalt, da die Kliniken so schlecht bezahlen. Er findet eine Annonce, die genau nach seinem Wunsch klingt, und ruft an. Am anderen Ende hat er eine kühle emotionslose Frauenstimme, die mit ihm für den nächsten Tag einen Termin zum Vorstellen vereinbart. Genau diese kühle Stimme ist die eigentliche Patientin, eine schöne stolze Frau im Rollstuhl. Armin ist ein wenig beeindruckt, aber auch verunsichert, als er Wandas Wunsch hört, denn bevor sie ihre Trainingsstunden beginnt, soll er ihr immer ein paar Nylon Strümpfe anziehen. Er ist noch sehr optimistisch und lässt sich darauf ein, ohne zu ahnen, was für eine Herausforderung er da annimmt, denn Wanda startet ihr Spiel und in Armin entbrennen ganz unbekannte Gefühle. 

Meinung:
Eigentlich fand ich den Inhalt sehr ansprechend und war dann doch recht enttäuscht. Bei mir hat sich leider gar kein Prickeln eingestellt, nicht mal ein ganz kleines. Vielleicht liegt es einfach an der dominanten Hauptfigur. So was spricht mich einfach nicht an und ich glaube da ist der Hund begraben. Sie ist unnahbar, stolz, beherrscht, blickt auf ihn herab und gibt einen immer das Gefühl überlegen zu sein. Dann mag ich nicht, wie sie mit ihm gespielt hat, dieses ich weiß was, was du nicht weißt und dieses siegreiche Lächeln. Dieses ständige Überlegenheitsgefühl hatte ich nicht gemocht und anziehend fand ich es einfach nicht. Ich muss gestehen, das ist nicht mein Frauenbild und so kommt da auch kein prickeln bei mir rüber. Armin fand ich sehr sympathisch dargestellt, ein guter Kerl von neben an. Dessen Welt durcheinandergebracht wurde und er gar nicht wusste, wie ihm geschah. Allerdings fand ich seine Entwicklung nicht so gut gelungen, wie bei den vier anderen Geschichten davor. Hier blieb für mich einiges nicht ganz einleuchtend. Das Ende war für mich, eine Entladung der angestauten Lust, und wenn ich den Einfallsreichtum der anderen Novellen davor sehe, fand ich den fast plump.
Wie ihr merkt, bin ich ein bisschen enttäuscht und das, obwohl ich den Sprach- und Erzählstil der Autorin so gern mag. Natürlich ist ihre Wortwahl gekonnt und sie weiß sich auszudrücken. Sie spinnt ihre Fäden langsam und lässt sie dann explodieren, aber hier habe ich das ein bisschen vermisst. Ich glaube man muss alle sechs Novellen zusammennehmen und es als Gesamtes betrachten, dann würde ich hier schnell mal nur drüber huschen. Tja, und bei den anderen ein wenig länger verweilen, denn es gab ja schon das eine oder andere Abenteuer, was auch mich angesprochen hat.
Wer allerdings dominante Frauen mag, oder gern mal sehen möchte welche Macht sie ausspielen können, ist hier richtig. Diese Frau schafft es selbst im Rollstuhl und ganz ohne Lack und Leder ihre Kontrolle auszuspielen und das sehr überzeugend. Ich hoffe jetzt für mich das die letzte Novelle wieder, was für mich ist.
 
Henry und ich fanden diesen Teil am schwächsten und vergeben nur zwei Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:

Nora Schwarz wurde 1982 in Heilbronn geboren. Sie studierte in Stuttgart Germanistik und Kunstgeschichte – und verdiente sich in dieser Zeit ihren Lebensunterhalt als Domina. Über die Erfahrungen im Sado-Maso-Studio schrieb sie den Bestseller LESSONS IN LACK. Inzwischen arbeitet Nora Schwarz als freie Museumsführerin in modernen Kunstgalerien und als Autorin. Bei dotbooks veröffentlicht sie eine Serie erotischer Phantasien rund um Nylonstrümpfe, über die sie sagt: „Ich liebe dieses Material und war schon immer der Meinung war, dass Nylons neben ihrer einzigartigen Erotik auch ein poetisches, romantisches Potenzial besitzen. Ich habe mir in Nizza auf einem Antiquitätenmarkt Nylonwerbung aus den 50ern gekauft, und diese Plakate haben mich beim Schreiben inspiriert."
 
Quelle: dotbooks Verlag

Mehr über die Autorin auch hier: Nora Schwarz

Nylons-Reihe:

 
Ganz lieben Dank an den dotbooks Verlag für das Rezensionsexemplar :-)
 

Kommentare:

  1. Grüß Dich, Inga.
    Anmerkenswerterweise bringt mich die Figurenkonstelation auf Dickens "Große Erwartungen". Pips Beziehung zu Miss Havisham und (erst recht) Estelle.
    Gelesen?

    bonté

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    1. Servus Robert,

      also ich habe seine ganzen Weihnachtsgeschichten gelesen, aber leider schreibt Dickens nicht so nach meinen Geschmack! Deshalb habe ich es nicht mehr probiert, mit ihm!!!

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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    2. ...gelesen habe ich Dickens jetzt nicht - als Junge aber die Verfilmung (von 1946) beeindruckt gesehen. :-)

      bonté

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    3. Grüß Gott Robert,

      soso... noch nix von ihm gelesen!!! Aber die Filme geguckt... du alter Fernsehkicker!!!
      Soll ja eigentlich eine interessante Geschichte sein, aber der Schreibstill schreckt mich halt ab...

      Liebe Grüße
      Inga

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