Donnerstag, 1. Mai 2014

Rezension: Daniel Glattauer * Die Wunderübung

 
Gebundene Ausgaben: 112 Seiten
Verlag: Hanser
ISBN-13: 978-3552062399
Preis: 12,90 EUR
E-Book: --
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Februar 2014


Inhalt:
Joana und Valentin Dorek gehen zu einem Paartherapeuten, um ihrer Ehe noch einmal eine Chance zu geben. Dort angekommen sitzen sie meilenweit auseinander und haben sich so eigentlich gar nichts zusagen, außer bösartigen Nettigkeiten. Der Therapeut sieht schon direkt das wird schwer, geht aber guten Mutes auf die Zwei ein. Was aber raus kommt, ist, ein Redeschwall der Ehefrau und einsilbige Antworten des Ehemanns. Die Seiten sind verhärtet und jeder sitzt stur auf seinen Platz und starrt erwartungsvoll den Therapeuten an. Kann er helfen? Wird er einen Weg finden, um die harte Nuss zu knacken? Oder ist es hoffnungslos? Vielleicht ist unser Therapeut aber auch gerade selbst mit sehr großen Problemen behaftet?

Meinung:
Das neuste Werk von Herrn Glauttauer und ich habe mich wirklich köstlich amüsiert. Ich habe sehr viel gelacht und manche Eheszenen wieder erkannt. Natürlich ist die Grundidee nicht neu und wer jetzt was wahnsinnig überragend anderes erwartet ist hier falsch. Es ist einfach eine zerrüttete Ehe und ein Therapeut, der es faustdick hinter den Ohren hat. Die Geschichte ist auch recht vorhersehbar, aber ich fand sie einfach wunderbar in Szene gesetzt.
Herr Glattauer hat hier eine klasse Komödie geschaffen und spielt die Geschlechterrollen wunderbar aus. Die typischen Klischees kommen hoch und werden fantastisch mit eingearbeitet. Von der genervten und wütenden Ehefrau bis zum übel launigen und alles hinter sich bringenden Ehemann. Die Sturheit, Verbohrtheit, Uneinsichtigkeit, Hilflosigkeit und Traurigkeit eines lang zusammenlebenden Ehepaares bringt er gut rüber. Diese Momente, wo Frau mit der Faust auf den Tisch haut und eine Reaktion von Ehemann erwartet, die natürlich nicht kommt, sind toll. Aber auch die Fassungslosigkeit der Fragen am Anfang, waren für Mann sehr authentisch. Was soll man auch für schöne Erinnerungen vor kramen, wenn Frau gerade stur und genervt neben einen sitzt. Die Seiten sind verhärtet und kein gemeinsam gibt es mehr. Gar kein gemeinsam, kann man die Zwei nicht verschwören und zur Zusammenarbeit bewegen? Tja, ich will nicht zuviel verraten, aber es gibt bei Paaren immer diese Momente wo sich beide für unfehlbar halten und zusammen helfen wollen. Mehr verrate ich nicht!
Ich habe schon lange kein Theaterstück mehr gelesen und das ist wirklich Schade, denn es ist so herrlich zu Hause gemütlich zu lesen und seinen eigenen Film im Kopf abspielen zu können. Die Worte nochmals zu lesen und sie sich immer wieder auf der Zunge zergehen zulassen. Manche Szenen musste ich auch vorlesen, weil sie einfach zu köstlich waren.
Ich empfehle, einen Wein bereit zustellen und sich gemütlich zurückzulehnen. Sein sie voller Vorfreude und öffnen sie dann den Theatervorhang es lohnt sich.




Henry und ich hatten köstlich unterhaltenden Lesespaß und vergeben die vollen Bücherpunkte:


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Über den Autor:

Daniel Glattauer, geboren 1960 in Wien, Autor und ehemals Journalist. Bücher (u.a.): Die Ameisenzählung (2001), Darum (2003), Die Vögel brüllen (2004), Der Weihnachtshund (Neuausgabe 2004), Theo. Antworten aus dem Kinderzimmer (2010). Mit seinen beiden Romanen, Gut gegen Nordwind (2006) und Alle sieben Wellen (2009), gelangen ihm zwei Bestseller, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch als Hörspiel, Theaterstück und Hörbuch zum Erfolg wurden.

Quelle: Hanser Verlag
 
Weitere Werke des Autors:

http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06167-5http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06140-8http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06094-4

http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06181-1http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06093-7http://www.hanser-literaturverlage.de/buecher/buch.html?isbn=978-3-552-06041-8

 

Kommentare:

  1. Hallo Inga...

    ...ich wollte dir einfach nur einen schönen 1.Mai wünschen. Ich bin immer gern bei dir auf den Blog und viele deiner Bücher und Tipps sind echt gut. Weißt ja, meine ach soooooo lange Liste....lach....Sie wird länger und länger. :D
    Genieße den Tag und vielleicht ist das Wetter bei dir ja besser, wie hier. Es regnet zwar nicht, ist aber grau und kühl.

    Dann verschlinge mal ordentlich Lesestoff.

    Knuddel dich auch heute... LG Gaby

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    1. Hallo liebe Gaby,

      das ist wieder ganz lieb von dir und ich freu mich das deine Lust aufs lesen meines Blogs nicht nachlässt, dann schein ich ja einiges richtig zu machen ...hihi... und ich sorge gern für eine längere Wunschliste ...lach...
      Das mein Tag nicht toll war hast du ja schon woanders gelesen...

      Also liebe Knuddelgrüße zurück
      Inga

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  2. Servus, Inga.
    Wenn Du Dir dann die Dialoge noch wienerisch vorstellst - ich vermute die Akteure sind aller Wiener, wenn der Therapeut schon ein Schlawiner ist - dann kommt in die Sache noa soa richt'ge Fahrt. Häd i jetz gsoagt.

    Symbolwitziges Cover-Motiv; wenn man/frau den Zustand des Apfels mit dem der besagten Ehe vergleicht. Nett auch, daß die die beiden "Hälften" auch die Silhouetten der Beiden darstellen. Nah bei einander!

    Ist auch eher ungewöhnlich, daß neue Theaterstücke als Buch herausgegeben werden. Ich kenne das mehr von den Klassikern der Bühne. Aus Schulzeiten noch. :-)

    bonté

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    1. Hallo Robert,

      natürlich habe ich mir das alles im wienerischen vorgestellt und so war es einfach noch besser ...lach... zumindest für mich Wien-Fan!!!

      Ich finde das Cover super gelungen, den der Apfel ist ja schon oft ein Schlüssel bei Mann und Frau gewesen ...hihi... ganz toll gemacht :-)

      Ich mochte schon die klassichen Theaterstücke, da dies für mich mal wieder richtig schön, aber stimmt es ist nicht der Regelfall...

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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