Donnerstag, 6. November 2014

Rezension: Herman Koch * Sommerhaus mit Swimmingpool

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: KiWi
ISBN-13: 978-3462044980
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR   

Reihe: 1/1  
Erscheinungsdatum: März 2013
 
 
 
 
Inhalt/Meinung:
Ich finde es immer sehr interessant, Bücher zu lesen die von Männern geschrieben worden. Denn wir Frauen wissen es ja alle, Männer ticken anders. Aber was soll ich sagen als ich das Buch durchhatte, musste ich es erst mal sacken lassen.
Es fängt mit dem Ende an und lässt den Leser erst mal verwirrt weiterlesen. Wir erfahren von Marc Schlosser, dass er seinen Beruf nicht leiden kann, um besser zusagen, ekeln ihn seine Patienten an und man fragt sich warum ist er Arzt geworden. Er hält sich für was Besseres und schaut von oben auf die Welt. Man erlebt ihn in der Praxis mit seinen berühmten Patienten, bei nervigen Premieren, bei Ralph Meier im Krankenhaus, wo man merkt, das dort, was nicht stimmt und bei der Beerdigung, wo die Witwe in an spukt und man will wissen was ist passiert, was war da los.
Erst ab da beginnt der Rückblick und man erfährt von seiner Begegnung mit dem Schauspieler Ralph Meier als Patient, bei der Party, beim Urlaub. Ich kann Marc nicht verstehen, warum muss er der Frau von Ralph hinterher stellen, weil dieser seine eigene Frau mit den Augen verspeist hat und er sich rächen will? Er muss ein unglaubliches Ego haben, aus diesen Grund auch der gemeinsame Urlaub, wo Marc seine Frau hintergeht und seine Urlaubsplanung heimlich durchsetzt. Mit guten Argumenten setzt er seine Frau schachmatt und widmet sich den Vorhaben Judith rumzukriegen, was schief geht, da ja doch ein paar Personen mehr da sind als gewünscht. Auf einer Strandparty eskaliert alles, ab hier kann ich Marc überhaupt nicht mehr verstehen, statt wie jeder andere in dieser Situation zuhandeln, entscheidet er sich seine Tochter zu beschützen und die Zelte abzubrechen und nach Hause zu fahren. Es geht wieder zur Routine über und Marc verbringt die Zeit damit sich Gedanken zu machen, was geschehen ist, wie es soweit kommen konnte und wer der Täter ist. Der Kontakt zu den Meiers ist zwar noch da, aber spärlich bis zu dem Tag bis Marc seine Chance sieht, sich zu rächen.
Herman Koch hat es geschafft uns die Abgründe eines Hausarztes aufzuzeigen und das die Oberfläche von Menschen nicht immer das widerspiegelt, was man sieht. Er spielt hier mit den dunklen Seiten einer Ehe und den eigenen Egoismus in der heutigen Welt, ein Spiegel unserer Gesellschaft und was man sieht, ist nicht immer schön. Ich werde meinen Hausarzt jetzt mit anderen Augen sehen.


Henry und ich waren ein bisschen geschockt, aber wir konnten auch nicht aufhören zu lesen, also vier Bücherpunkte:

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Über den Autor:

Herman Koch, geboren 1953, ist Kolumnist, Komiker, Fernsehmacher und weltweit erfolgreicher Bestsellerautor. Sein Roman »Angerichtet« war 2009 einer der meistverkauften Romane europaweit und steht aktuell in den Top Ten der New York Times-Bestsellerliste. Mehrere Verfilmungen sind in Vorbereitung. »Sommerhaus mit Swimmingpool« (2011) erntete wie »Angerichtet« glänzende Kritiken und ist ein Spiegel-Bestseller. »Odessa Star« erschien auf Niederländisch im Jahr 2003. Ein neuer Roman von Herman Koch wird im Jahr 2014 erscheinen.

Quelle: KiWi Verlag

Weitere Werke:


http://www.buchhaus-sternverlag.de/appDE/nav_product.php?product=9783462043471&origin=ELShttp://www.buchhaus-sternverlag.de/appDE/nav_product.php?product=9783462045598&origin=ELS

 

Kommentare:

  1. Konban wa, Inga san.
    Auch wenn die "Herren der Schöpfung" es gern anders sehen wollen - der Mann ist jetzt auch nur ein Mensch. Ersichtlich logisch, aber manchen Testikelträger nicht zugänglich.
    Ob "richtige" Männer vielleicht deshalb so gerne homophob sein wollen?!

    Gefühlsmäßig würde ich sagen, daß Dein Mißverhältnis zur Hauptfigur des Romans darin fußt, daß Marc charakterlich ein verlängerter Rücken ist. Ethisch, eine Niete.
    Wobei mir sein Konterpart - wenn meine Vermutung, was die Tochter Marcs angeht, stimmt - auch eher nässelnde Assoziationen bereitet.

    Ohne die beiden männlichen Figuren wäre die Welt dieser Geschichte eine ruhigere gewesen. Womit ich den Schwenk zu Einleitung bereitet hätte.

    ;-)

    bonté

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    1. Hallo Robert,

      da sagst du was ...hihi...
      Da hast du nicht ganz unrecht, er war schon recht schräg und doch sehr unterkühlt und ja ... menschlich, eine absolute Katastrophe!!! Das mit der Tochter war besonders schlimm und da konnte ich ihn gar nicht von verstehen. Beschützer hin oder her, seine Gedackengänge und Rachegefühle waren für sie nicht besonders Hilfreich ....

      Was wären Geschichten ohne solch eine Schöfung ...lach.... Ach, Robert, das ist dir wieder gelungen :-)

      Hab noch schöne Sonntagsstunden
      Inga

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