Donnerstag, 15. Januar 2015

Rezension: Adrian McKinty * Der katholische Bulle

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Suhrkamp
ISBN-13: 978-3518465233
Preis: 9,99 EUR
E-Book: 9,99 EUR 
Reihe: 1. Teil  
Erscheinungsdatum: Juli 2014 


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Inhalt:
Belfast 1981, es herrscht Ausnahmezustand, denn der Bürgerkrieg hält alle auf trapp, dazu noch der Hungerstreik von Insassen im Gefängnis, der die Politik mächtig unter Druck setzt. Die Polizei ist im Dauereinsatz und ihre Tätigkeit an allen Ecken und Enden unter Beschuss, da kommt so eine gewöhnliche Leiche nicht gut an. Der Captain, der Carrickfergus Polizei, setzt seinen besten Mann darauf an, zum Einen, weil er wirklich gut ist und zum Andern, um ihn etwas aus der Schusslinie zu bekommen, denn Sean Duffy ist katholisch. Zu dieser Zeit heißt katholisch sein, IRA und so hat Duffy überall mit Angriffen und Vorurteilen zu kämpfen. Aber Sean wäre nicht Sean, wenn er sich dem nicht stellen würde und so nimmt er den Mord unter die Lupe und findet schnell heraus, das da mehr dahinter steckt, als es zu erst aussieht. So geraten seine Ermittlungen genau in den Fokus, den er umschiffen soll, nämlich den Konflikt zwischen den Katholiken und Protestanten es wird nicht bei einer Leiche bleiben? Wird er sich die Finger verbrennen? Und kommt er dort mit heiler Haut wieder raus?

Meinung:
Ich habe dieses Buch eigentlich mehr auf Empfehlung von einer lieben Freundin entdeckt, da sie ein unglaublich begeisterter Irlandfan ist. Tja, und da ich mich für diese grüne Insel auch interessiere, musste ich dieses Buch einfach zur Hand nehmen.
Dieses Buch hat mich auch direkt begeistert, zum einem hat der Autor ein tolles Talent einen in die Vergangenheit mitzunehmen und die Atmosphäre der 80 Jahre wieder aufleben zu lassen und zu gleich, das Gefühl mitten drin zu sein. Dabei transportiert er die Schrecken dieser Zeit, die Angst und auch die melancholische Stimmung spürbar, aber auch der schwarze Humor, der in manchen aussichtslosen Situationen zum Vorschein kommt. Außerdem hat er ein Gespür dafür, wie viel Geschichtliches er einfließen lassen kann, ohne zu langweilen, oder es zu übertreiben. Am Anfang vielleicht ein bisschen zu wenig, aber das ändert sich schnell, wir werden eben wie die Ermittler ins kalte Wasser gestupst. Dadurch ist man einfach gebannt, von dem Fall, der sich immer mehr im unklaren verstrickt und den Konflikten zu jener Zeit.
Dazu kommt noch das Mr. McKinty einen tollen Hauptcharakter geschaffen hat, den wir Leser doch direkt ins Herz schließen. Sean Duffy ist interessant, belesen, mag Musik und weiß sich zu kleiden. Allerdings trinkt er auch gern mal was und ist weiblichen Abenteuern nicht gerade abgeneigt. Was man ihn aber ganz hoch anrechnen muss, ist einfach er stellt sich seinen Herausforderungen, lässt sich dabei nicht unterkriegen und versucht sich in einer Welt aus Hass und Misstrauen zu bewähren.
Die Mordfälle an sich sind hier etwas verzwickt und schweben viel in Nebel, denn die Zeit in der sie spielen, ist der eigentliche Star der Geschichte. Dabei führt der Autor viele Konflikte und auch Situation an, die überraschen, sich Neuentwickeln, oder recht brutal sind. Er lässt seinen Ermittler einiges erfahren, durchleben und kämpfen. Wir sind immer hautnah dabei und bibbern des Öfteren mit und das macht die ganze Sache einfach spannend, man bleibt lange in unklaren und möchte einfach nur, dass Sean da heil wieder raus kommt.
Für mich ist dieser Auftakt zur Sean Duffy Reihe mehr als gelungen. Ich fand die Atmosphäre toll, die Art wie die Geschichte aufgebaut ist, die Verwicklungen des Falls, die Geschichte die so brutal und hautnah erzählt wurde und natürlich den Ermittler. Ich freu mich auf den nächsten Fall und Sean Duffy. 


 
Henry und ich fanden diesen Krimi großartig und sind so froh ihn entdeckt zu haben, volle Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:

 
Adrian McKinty, geboren 1968, wuchs in Carrickfergus in der Nähe von Belfast auf. An der Oxford University studierte er Philosophie, dann übersiedelte er nach New York. Sechs Jahre lebte und arbeitete er in Harlem, u. a. als Wachmann, Vertreter, Rugbytrainer, Buchhändler und Postbote. 2001 zog er nach Denver, seit 2008 wohnt er mit seiner Familie in Melbourne.

Quelle: Suhrkamp Verlag 

Sean Duffy - Reihe:

http://www.buchhaus-sternverlag.de/shop/action/productDetails/24764208/adrian_mckinty_die_sirenen_von_belfast_3518465201.html?aUrl=90007403&searchId=39&originalSearchString=adrian%20mchttps://www.buchhaus-sternverlag.de/shop/action/productDetails/25996672/adrian_mckinty_die_verlorenen_schwestern_3518465953.html?aUrl=90007403&searchId=0

 2. Teil / 3. Teil Erscheinungsdatum: 08. März 2015

Kommentare:

  1. Hey,
    das klingt ja wirklich interessant, bisher hatte ich noch nie etwas von dem Buch gehört :)

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Hallo liebe Anna,

      also mir hat der Krimi super gut gefallen und ich freu mich sehr, wenn ich dich darauf aufmerksam machen konnte :-)

      Ganz liebe Grüße und Danke für dein Kommi
      Sharon

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  2. Dia dhuit, Inga.
    Der Konflikt in Nord-Irland; damit laßen sich ganze Bibliotheken an Sachbüchern & Romanen füllen. Ein Thema, das einen auch nicht kalt läßt, zumal die Gründe anno 1981 bereits in den kontrollierten Irrsinn abgedriftet waren. IRA & organisierte Kriminalität ließ sich nicht mehr trennen. Die Selbstjustiz für angebliche Vergehen der kleinen Leute endete nicht mit systematischem Knochenbrechen oder einem Schuß in die Kniekehle (und dafür genügte bereits ein Gerücht!). Auf der anderen Seite schaltete die konservative Regierung der "Eisernen Lady" auf Granit.
    Was sie allerdings auch beim Kampf gegen die Gewerkschaften & soziale Standards pflegte.

    Freut mich, daß Dir die ernsthafte Thematik zu gefallen wußte.

    Ceart go leor... :-)

    bonté

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    1. Servus Robert,

      du hast dich mit dem Thema aber auch schon sehr befasst, oder? Ich finde es ja so kompakt und schwer zu verstehen... aber hier war es super rüber gebracht und die Atmosphäre gut spürbar. Kennst du den gute Bücher über Irland? Ich werde mir auf jeden Fall die weiteren Duffy Bände zulegen :-)

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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    2. ...schlußendlich ging es auch bei diesem lang andauernden Konflikt um die Macht über andere; Tod/Gewalt/Unterdrückung eiskalt einrechnend.
      Beiderseits, weil die Amoral ja keine Partei kennt.

      "Nach der Wahrheit ist Menschlichkeit das nächste Opfer gelenkter Gewalt."
      (Saoirse O'Boinor)

      "Anfang und Ende allen Kummers ist dieser Ort" von Siobhan Dowd wäre ein solcher Roman. Der moderne Klassiker "Die Asche meiner Mutter" dito.
      "Neugier ist der Katze Tod" (Ian Sansom) dann als eine Lektüre gegen das Aufkommen von Schwermut aller Art.

      Zum Thema Nord-Irland-Konflikt immer eine gute Adresse wäre Neil Jordans bester Film 'The Crying Game'. Allerdings - schwerer Stoff!

      bonté

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    3. Hallo Robert,

      sehr interessant, Danke für die ganzen Tips, bei Gelegenheit muss ich mir das mal genauer ansehen ;-)

      Übrigens hatte ich gestern auch einen kleinen filmischen Ausflug nach Irland, kennst du "The Guard - Ein Ire sieht schwarz" ...Herrlich, der Humor ist einfach köstlich ...

      Hab einen schönen Sonntagabend
      Inga

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