Donnerstag, 8. Januar 2015

Rezension: George R.R. Martin * Wild Cards: Das Spiel der Spiele

 
 
Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Penhaligon 
ISBN-13: 978-3764531270
Preis: 15,00 EUR
E-Book: 11,99 EUR 
Reihe: 1. Teil  
Erscheinungsdatum: August 2014



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Inhalt:
Die Welt ist nicht so, wie wir sie kennen, ein Virus hat uns befallen und so gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Die Joker sind körperlich ein wenig verändert, aber die Asse haben auch noch besondere Superkräfte in sich. Das bringt einen Fernsehsender auf eine Idee und veranstaltet eine Casting Show. Die Kandidaten werden ausgewählt in Gruppen gesteckt, um gegeneinander anzutreten, denn die Frage ist Programm, „Wer ist Amerikas größter Held?“ Dabei geraten diese an ihre Grenze, wissen nicht wem sie trauen können, fühlen sich verraten, hintergangen, werden benutzt, aber der Ruhm strahlt hell, oder ist es das Geld. Werden sie früh genug erkennen, was es heißt, ein Held zu sein?

Meinung:
Mein erstes Buch vom großen Mr. Martin, dachte ich zuerst und dann entdeckte ich, dass dies so gar nicht stimmt, natürlich ist mir das vor Beschaffen des Buches aufgefallen. Es ist mehr eine Verbindung von mehreren Autoren, die dieser Geschichte über Superhelden Leben einhauchen und George R. R. Martin hat nur einen kleinen Anteil dran, genauer gesagt ein Kapitel. Allerdings hat er den großen Namen um genug Aufmerksamkeit auf dieses Projekt zu lenken, ob das nun so nötig dafür ist, kann ich ehrlich, nicht so ganz einschätzen.
Dadurch, dass es unterschiedliche Autoren gibt, gibt es unterschiedliche Figuren, so erleben wir die Geschichte aus anderen Blickwinkeln heraus und das von Kapitel zu Kapitel abwechselnd. Es gibt, wie immer, eine Ausnahme, denn die Figur Jonathan Hive begleitet uns von Anfang bis Ende. Da er Blogger ist, macht er sich auch direkt beliebt bei mir und seine Blogeinträge lockern das Ganze noch ein wenig auf. Großartig fand ich ja, dass bei den Kapiteln immer oben stand, aus welcher Feder wir jetzt lesen. So konnten wir wirklich in andere Charaktere schlüpfen, in die verschieden Gruppen spähen, die innere Konstruktion erfahren, und wurden das eine oder andere Mal mächtig überrascht. Jeder Superheld hat hier nämlich seine eigenen Beweggründe mitzumachen, seine eigenen Sorgen und ist nicht immer glücklich über seine Fähigkeiten. Es heißt zu sich selbst zu stehen, die anderen zu durchschauen und nicht in jede Intrigenfalle zu tappen. Dieser Teil der Show zeigte uns das soziale Miteinander auf, wer mit wem, welche Ideale jeder verfolgt, die Gründe für Sein handeln, durch die verschiedenen Figuren wurde es sehr unterhaltsam und ich hatte mächtig Spaß bei diesem Showeinlagen.
Aber das ist nicht der einzige Zweig, den die Schriftsteller hier verfolgt haben und ich glaube, das hat viele verwirrt und enttäuscht, denn die Casting Show ist nur der Auftakt für was Größeres. Denn hier werden nicht nur die menschlichen Miteinander Probleme analysiert, sondern auch die Politischen. Was wären Superhelden, wenn sie nicht den Krieg aufhalten können, was wären sie, ohne wirklich Hilfe zu leisten, warum sollten solche Kräfte nicht für das Gute eingesetzt werden. Mir war schon früh klar das es sich noch anderes entwickeln muss, das brachte das zweite Kapitel schon zum Tragen, aber die Inhaltsangabe ist da sehr offen gestaltet gewesen und verleitet zum anderen denken. Der zweite Teil des Buches ist deshalb schwerer zum Verdauen und lässt einen auch mit einem komischen Gefühl zurück, denn so ein Krieg im Nahen Osten, ist nie blutlos. Genau das fand ich bei der Geschichte ein bisschen störend, erst dieses witzige Superhelden Getue, um eine Castingshow und wer der Beste ist und dann geraten wir direkt in einen Krieg, ich weiß nicht ob man das besser hätten mischen können, oder anders herleiten, mir war das zu abrupt und es viel mir schwer das nachzuvollziehen. Vielleicht habe ich da auch was überlesen, aber der Wechsel war schon sehr gewaltig, wie ein Schnitt im Buch und der Anfang zu was Neuem.
Allerdings wurde am Ende noch etwas offenbart, was mir einfach Lust auf mehr macht. Diese Figuren wachsen einen ja ans Herz und der Eine oder Andere wird noch aus sich herauswachsen. Es bleibt also weiterhin spannend und es wird mehr geben. Diese Autoren haben Blut geleckt. 

Henry und ich fühlten uns oft wie bei den Avengers und hatten mächtig viel Spaß, das gibt vier Bücherpunkte für dem gelungen Auftakt:

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Über den Autor:


George Raymond Richard Martin wurde 1948 in New Jersey geboren. Sein Bestseller-Epos Das Lied von Eis und Feuer wurde als die vielfach ausgezeichnete Fernsehserie Game of Thrones verfilmt. George R.R. Martin wurde u. a. sechsmal der Hugo Award, zweimal der Nebula Award, zweimal der World Fantasy Award (u.a. für sein Lebenswerk und besondere Verdienste um die Fantasy) und dreimal der Locus Poll Award verliehen. 2013 errang er den ersten Platz beim Deutschen Phantastik Preis für den Besten Internationalen Roman. Er lebt heute mit seiner Frau in New Mexico.  



 Vielen lieben Dank an den Penhaligon Verlag für das  Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Salut, Inga.
    Macht weiß den Menschen zu korrumpieren, soll gar dessen wahren Charakter offenbaren. Einer der interessanteren Aspekte der X-Men sind ja die Betrachtungen zum charakterlichen Werdegang der Mutanten.

    Nicht zu vergessen - wenn jemand selbstlos Gutes tut oder für etwas Gutes einsteht, gibt es nicht selten auch Neider, Gegner oder schlicht Profiteure des status quo, die intrigieren.
    Ausgesprochen kleingeistig & kein Ruhmesblatt der Menschheit.

    Mensch & Macht beleuchtet Martin auch in seinem Fantasy-Erfolg en detail. Keine leichte Kost wahrlich, denn die wenigen aufrechten Charaktere fallen oder leiden. Das Richtige zu tun fällt stets schwer. Nicht zu vergessen, daß Martins Figuren randvoll komplex sind.

    Gut, hier spricht der "Game Of Thrones"-Fan - ich gestehe! :-)

    Ausführlich gehaltene Rezi. Liest man/frau gern.

    Bald das erste Wochenende im Jahr 15... :-D

    bonté

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    1. Servus Robert,

      ich mag die X-Men!!!! Und ihre Kräft und ihre Entwicklung ...

      Und ja man hört den "Games of Thrones" Fan nur ein bisschen durch, ich mag ja die Serie, an die Bücher trau ich mich nicht dran...

      Danke für dein lieben Kommi und das Lob, das tut gut, weil mir die Rezi nicht leicht gefallen ist :-)

      Hab einen schönen Abend
      Inga
      PS: Ich habe endlich die erste Folge von den "Drei Musketieren" geschaut und ich mag Arthos ...hihi...

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    2. ...paßt! Ich kenne auch nur die Adaption & Besprechungen seiner Bücher. ;-)

      Freut mich zu hören, daß...und Du kannst Dich auf Steigerungen gefaßt machen. Die Musketiere sind nicht ohne Grund in die zweite Season gegangen. :-D

      bonté

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    3. Servus Robert,

      ...oh das beruhigt mich ein bisschen ;-)

      Zweite Staffel, das ist ja super.. halt mich bitte auf den laufenden und für Sendetips bin ich gern zu haben. Allerdings mangelt es mir ein bisschen an Zeit, aber ich freu mich schon so auf die nächste Folge ...hihi... Obwohl ich sagen muss, das es hübschere Frauen gibt!

      Hab einen schönen Samstag
      Inga

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  2. Hey,

    eine sehr schöne Rezension, die mir glatt Lust auf das Buch macht. Ich liebäugle ja schon die ganze Weile damit, aber konnte mich noch nicht dazu aufraffen. Vielleicht sollte ich das doch noch mal überdenken und anfangen zu lesen. :)

    Lieben Gruß,
    Ruby

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    1. Hallo Ruby,

      ganz lieben Dank und ich freu mich sehr das sie so einen Anklang bei dir gefunden hat ... YEAH!!!
      Bücher sind ja immer Geschmacksache, aber manchmal sollte man doch einfach anfangen, also los ....

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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  3. Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste! Ich habe bisher noch keines der Bücher des Autors gelesen und bin nun umso gespannter darauf! LG Aletheia

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    1. Hallo Aletheia,

      ich habe ja vorher auch keines von ihm gelesen, aber er schreibt ja auch nicht wirklich viel hier mit ...lach... Ich bin gespannt wie es dir gefällt, wenn du es mal liest :-)

      Ganz liebe Grüße
      Sharon

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