Dienstag, 2. Juni 2015

Rezension: Anne Freytag * Irgendwo dazwischen

Taschenbuch: 612 Seiten
Verlag: Anne Freytag
ISBN-13: 978-1492824381
Preis: 14,95 EUR
E-Book: 4,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: September 2013


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Inhalt:
Emma sieht perfekt aus, alle Jungs wollen nur sie und sie möchte in einem einfach die Beste sein, und zwar das begehrteste Mädchen an der Schule zu sein. Dass man dabei vielleicht die Gefühle der besten Freundin verletzt, ist im ersten Moment egal. Lili lebt im Schatten von Emma und das stört sie eigentlich nicht besonders, es kommt aber trotzdem zum Knick, da Emma mit Lilis Schwarm rummacht. Das öffnet aber Lili wiederum die Augen, das sie diesen Jungen eigentlich gar nicht liebt, sondern immer noch Emmas großen Bruder, der ferner ist, als je. Dieses Hin und Her muss sich Marie ständig von Lili anhören und dabei hat sie selbst mit sich genug zu kämpfen, denn Marie liebt Lili. Bis sie merkt, dass ihr bester Freund eine Freundin hat und sie ihre Gefühle nicht mehr versteht. Es herrscht absolutes Gefühlschaos bei den drein und die Hormone spielen verrückt. Können sie zu sich selbst finden? Was bedeutet es, erwachsen zu werden? Was ist wirklich wichtig in Leben? Und gibt es wirklich die eine große Liebe?

Meinung:
Ich mach es kurz: Ich liebe die Bücher von Anne Freytag! Das reicht euch nicht? Na dann, wo fange ich am besten an ...

Als ich Irgendwo dazwischen angefangen hatte und direkt in den Kopf vom Emma gelandet bin, war ich mir im ersten Moment gar nicht so sicher, wohin die Reise gehen soll und was genau hier erzählt werden soll. Aber kurze Zeit später war ich mittendrin in meinen eigenen Gefühlen in meiner Teenagerzeit, wo man nicht weiß, was man machen möchte, wie der Weg im Leben aussehen soll, wo ich mich in zehn Jahren sehen möchte und vor allem wie bekomme ich den Jungen, für den ich schwärme. Bin ich selbstbewusst genug, wie gehe ich mit Fehlern um, wie überlebe ich diese Zeit der Schwebe und dem Gefühl nicht richtig dazu zugehören. Dieses innere Bewusstsein des Ungleichgewichts, was einem zu schaffen macht und die Hormone die einen ständig beschäftigen und einen nicht in Ruhe lassen, genau diese Zeit hat die Autorin fantastisch eingefangen und wiedergeben. Anne Freytag hat einfach ein Talent zum Schreiben und einen direkt in ihre Welt zuziehen und einem alles am eigenen Leibe nochmals mit erleben zu lassen.
Dabei bedient sie sich drei ganz besonderen Mädchen, die sehr unterschiedlich sind und so wirklich alle Unklarheiten der Jugend abdecken. So nehmen wir Emma, sie schaut gut aus und kommt bei den Jungs gut an und wir wissen doch alle, so ein Mädchen hat jede Schule und was habe ich solche auf den ersten Blick nicht gemocht. Sie machen einen Durchschnitts-Mädchen das Leben schwer, man wird nicht als Mensch gesehen, sondern immer nur als Randfigur, aber haben wir jemals in ihren Kopf geschaut. Ich muss gestehen, mit Emma hatte ich am Anfang meine Schwierigkeiten, bis man versteht, wieso. In ihrer Familie läuft es nicht so toll und sie fühlt sich oft ausgeschlossen, so sucht sie sich ihre Bestätigung woanders und verletzt Menschen, wenn sie sich verletzt fühlt. Außerdem weiss sie nicht, was sie in der Zukunft machen soll und da sie sich immer über Jungs definiert hat, will sie dort auch zuerst anfangen um ihren Weg heraus zubekommen und hängt den Gedanken an ihren Ex-Freund Stefan nach. Aber ist das die Lösung für sie? Lili war mir eher nah, schon immer heimlich verliebt, nicht gern im Vordergrund und für alle Verständnis. Dass sie so manchmal auf der Strecke bleibt und oft eher Außenseiter ist, ist leider vorprogrammiert. Sie ist schüchtern, immer sozial und macht sich um alles einen Kopf. Bevor das Herz spricht, wird der Verstand zurate gezogen, was bei ihr manchmal so zu Missverständnissen führt. Aber sie kann auch kämpfen und ist eher bereit eine Zukunft zu planen. In ihr habe ich mich wiedererkannt. Marie ist für mich die Liebste gewesen, selber total im Hormonrausch und schwer verliebt, hat sie immer ein Ohr für andere und stellt ihre Gefühle hinten an. Trotzdem baut sie dabei so viel Mist, dass sie unheimlich sympathisch rüber kommt. Ihre Unsicherheit ob sie nun Mann oder Frau lieben sollte ist sehr einfühlsam beschrieben und schön nachvollziehbar.  Tja und auch ihr wirr war mit ihrer Familie und ihren Träumen fand ich klasse in Szene gesetzt. Natürlich gibt es noch die Herren der Schöpfung, aber die solltet ihr selber kennenlernen, da hat sich Frau Freytag einige interessante Exemplare ausgedacht. Ich hatte sie bildlich vor Augen und einige meiner Jugendschwärme auch.
Für mich wieder ein Buch zum rein- und mitfühlen und was ich besonders gelungen fand, war, dass es hier nicht nur ein Ende gab, sondern zwei. Immerhin denken sich die Figuren zurück in ihre Jugend und sieht das in neun Jahren immer noch so aus? Funktioniert eine Jugendliebe? Sind die Träume schon geplatzt, oder verwirklicht? Wo stehen nun die Prioritäten? Was ist alles in der Zeit passiert? Diese Idee das so zu stricken fand ich ganz wunderbar und ich fand es auch so schön realistisch umgesetzt. Ein ganz großes Lob an die Autorin, das war wieder ein wunderbares und sehr einfühlsames Buch, was ich jeden nur ans Herz legen kann, wenn er gern nochmals in seine Jugend schauen möchte und ins Hier und Jetzt. Wer weiß, wem sich da noch das eine oder andere auftut. Diese Themen über Liebe, Freundschaft, Zukunft, Erfüllung, Glück und Hoffnung hat doch jeder im Leben und hofft sie für sich selbst doch um zusetzten. Ob es den drei Mädels hier gelingt, müsst ihr unbedingt herausfinden.
Ich liebe Bücher von Anne Freytag und hoffe ihr entdeckt sie bald auch. LESEN!
 

Henry und ich waren wieder ganz jung und dafür kann es nur die vollen Bücherpunkte geben:

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Über die Autorin: 

Mehr auf ihrer Homepage: ANNE FREYTAG

Weitere Werke:


 Rezension / liegt schon bereit


Kommentare:

  1. Bore da, Inga.
    Den Alt-Griechen wäre zu besagter Figuren- & Leidenschaftskombo garantiert eine hippe Tragödie in den Sinn gewkommmen; mit Eifersucht, Verrat, Zank & mords Gemeuchele. Zu guter letzt hätte der kommentierende Chor einen Lobgesang auf sittsame Tugenden wie tugendhafte Sitte angestimmt.
    Was wohl aus der Wiege der europäischen Kultur noch geworden wäre, hätte es dies- & jenseits der Ägäis bereits Taschenbücher gegeben!?

    Schule und Eltern wären eigentlich schon genug, um sich darum kümmern zu müssen - dann aber entscheidet die biologische Uhr in einem, daß es Zeit für den ersten Hormoncocktail wird. Holla, die Waldfee! PLötzlich wird alles so verdammt anders, so verdammt komplex bis kompliziert. Gestern war doch alles noch normal! Heute kommt einem die "Säure- Basen-Reaktion" irgendwo nichtig vor!

    "Erwachsenen wird die Jugend alsbald fremdartig, weil sie sie an vermeidliche Schwächen erinnert. Allerdings ist Schwäche oft nur eine andere Definition von gemachte Erfahrung."
    (Samaire & Saoirse O'Boinor)

    bonté

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    1. Servus Robert,

      ich hänge mit allem nach ...seufz... seit vier Tagen nur Blogarbeit, aber keine Zeit für Antworten, ich bin platt und möchte gleich, endlich mal in die Sonne! Diese Probleme ...

      Naja es muss ja nicht immer eine Tragödie sein, aber in dem Alter der Figuren, ist alles ein Drama ...lach... da wären die Griechen bestimmt auch mit einverstanden :-) Wer sagt dir den das es hier nicht auch Tugend und Sitte gegeben hat! Ein Mädchen ist da nämlich auch sehr altmodisch wie ich ...lach...
      Aber die Vorstellung das Götter schon Taschenbücher herausgegeben hätten können, oh wahnsinn, wer weiß ob wir uns so entwickelt hätten ...lach...

      So weise Worte! Robert, wir werden alt ... Aber wenn wir es beim lesen noch nachfühlen können, geht es uns doch noch gut ...lach...

      In diesen Sinne rock deinen Balkon
      Inga

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  2. Oh ja ich habe das Buch auch so gerne gelesen! 434 Tage bleibt aber mein Favorit

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    1. Hallo Méditerranée,

      das ist ja toll, das du es auch kennst, das freut mich wirklich zu lesen :-) Und ja, ich stimme zu "434 Tage" war und ist für mich auch noch der absolute Hammer! Aber man muss das Ende mögen, ich glaube viele können das nicht ;-)

      Ganz liebe Grüße und schönen Sontag
      Sharon

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