Dienstag, 26. Juli 2016

Rezension: Bernhard Aichner * Interview mit einem Mörder


Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Haymon
ISBN-13:
978-3709971338  
Preis: 19,90 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 4. Teil 
Erscheinungsdatum: Juli 2016




Inhalt:
Der beste Freund von Max, der ehemalige Fußballstar Johann Baroni, eröffnet seinen neuen Würstelstand, mit der Absicht ein ganzes Imperium aufzubauen. Alle sind da, das ganze Dorf, ausgelassene Stimmung, Freude, Musik und dann ein Schuss und Baroni fällt um und es breitet sich eine große Blutlache aus. Max ist geschockt, er kann nicht reagieren, sein bester Freund, sein Saufkumpan, sein Mitträumer am Boden und er starrt ihn an. Wie ist das passiert? Warum hat keiner was gesehen? Nur Max hat eine Waffe gesehen und hängt sich an den Täter dran. Aber keiner glaubt ihn, keiner will ihm helfen, denn der Täter ist ein Tourist und hatte ja gar kein Motiv. Für Max ist klar, er muss den Mann stellen, er kann ihn nicht laufen lassen und begibt sich auf eine Verfolgungsjagd. Wird es Max gelingen, dem Mann ein Geständnis abzuluchsen? Warum hat derjenige es getan? Wird Baroni überleben? Und wird es bei dem einen Mordversuch bleiben?

Meinung:
Das ist jetzt schon das vierte Buch über Max Broll, den Totengräber und es wird kein bisschen langweiliger. Es ist unglaublich, das sich die skurrilen Abenteuer immer noch nicht ausgelutscht anfühlen, immer noch frisch und spritzig rüber kommen und einen immer noch von der ersten Seite an fesseln. Ich hoffe, ganz ehrlich, dass Max noch ein bisschen mehr erleben muss und mich als Leser mitnimmt.

Max hat seine innere Mitte wieder gefunden und fühlt sich in seiner Haut wieder wohl. Er findet sein Leben wieder genau richtig, sich um den Friedhof kümmern, in der Sauna schwitzen und mit seinem besten Freund Baroni am Würstelstand abhängen. Der Spaß und die Freude am Leben sind zurückgekehrt und dann folgt die nächste erschütternde Katastrophe. Auf Baroni wird geschossen. Max Welt bricht und nur die Angst bleibt zurück, so wie die Frage nach dem warum.

Dass ich Max unheimlich gern habe, muss ich nicht mehr wirklich erwähnen, oder? Er ist nun mal ein Träumer, ein Eigenbrötler, jemand der Spaß am Leben haben möchte, der aber auch weiß, wie die dunkle Seite aussieht. Da hat der Autor wirklich ein Original erfunden, der einen wirklich sehr ans Herz wächst. Nun muss er wieder sehr leiden und Bernhard Aichner beherrscht es einfach mit wenig Worten so viel Schmerz, Wut und Fassungslosigkeit nieder zuschreiben, das man es förmlich selber miterlebt. Nach dem Schock kommt bei Max die Angst und nach dieser, sein unbändiger Wunsch, den Täter zu schnappen. Also legt unser Held sich wieder in die Vollen, dass ihn keiner glaubt, ärgert ihn sehr, hält ihn aber nicht auf. Dass er wieder unkontrolliert nach vorne prescht und mit dem Kopf durch die Wand will, ohne an das Danach zu denken, völlig normal.

Ziemlich gerissen fand ich diesmal, dass alles so vertraut und doch anderes ist, im vierten Buch. Da haben wir nämlich einen Max, der allein handeln muss, weil sein bester Kumpel im Krankenhaus um sein Leben kämpft. So muss er vieles allein entscheiden, allein umsetzen und keiner da, der ihn ins Gewissen redet, ihn die Konsequenzen vorhält, oder ihm am Kragen packt. Das führt natürlich zu einigen Dummheiten, die er anstellt und selber immer knapp mit dem Leben davon kommt. Außerdem haben wir dieses Mal einen dynamischen Ortswechsel, weg vom Dorf, ab in den Zug nach Italien und rauf auf ein Schiff mit Rundreise. Tolle eingefangene Bilder, Szenenwechsel, die Spaß zu lesen machten und einen wirklich auch das Gefühl gaben, dort zu sein. Tja, und dann der Mörder, dieser bekommt unglaublich viel Raum in der Geschichte und ist wirklich mit allen Wassern gewaschen, intelligent, kalt und unglaublich skrupellos.

Was soll ich da noch sagen, Herr Aichner dickes Lob, ich war wieder gebannt und konnte nicht aufhören zu lesen. Meine Augen hingen förmlich an jedem Wort, meine Finger an jeder Seite und mein Herz trommelte wild mit. Es war wieder ein absoluter Lesespaß und das ist eben die Mischung, aus einen duften Typen, der skurrile, makabere Abenteuer erlebt und abgerundet mit der Sprache des Autors, ist es einfach die beste Unterhaltung, die es momentan gibt. Spannend, schnell zu verschlingen, fesselnd und mit der richtigen Prise schwarzen Humor.
 
Henry und ich rauschten nur so durch die Seiten und waren wieder rund um begeistert, also gibt es die vollen Bücherpunkte:

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Über den Autor:  

Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Er schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Burgdorfer Krimipreis 2014 und dem Crime Cologne Award 2015.
Die Thriller seiner Totenfrau-Trilogie standen in Österreich und Deutschland monatelang auf den Bestsellerlisten. Die Romane wurden bisher in 16 Länder verkauft, u. a. auch in die USA und England. Eine US-Verfilmung ist in Vorbereitung. Bei Haymon erschienen u. a. die Romane: „Schnee kommt“ (2014), „Das Nötigste über das Glück“ (2015) und „Nur Blau“ (HAYMONtb 2015). Im Juli erscheint sein neuester Krimi "Interview mit einem Mörder", der vierte Band seiner erfolgreichen Krimiserie rund um den Totengräber Max Broll und seinen besten Freund, den Ex-Fußballstar Johann Baroni.

Quelle: Haymon Verlag


Vielen lieben Dank an den Haymon Verlag und Bernhard Aichner für dieses Rezensionsexemplar. 


Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ach wie toll, dass dir das Buch so gefallen hat. Die Reihe steht schon eine Weile auf meiner Wunschliste, aber du wirst es kennen: soviele Bücher, so wenig Zeit.
    Aber jetzt hab ich gerade wieder richtig Lust darauf, daher wandert das Buch auf der Liste ein paar Plätze höher.

    Alles Liebe, Nelly

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    1. Hallo liebe Nelly,

      klar kenne ich das, wer nicht! Aber das ist doch auch irgendwie schön, solch ein Luxusproblem zu haben.
      Allerdings freue ich mich gerade diebisch, wenn ich dich zur Serie anstacheln kann, denn es lohnt sich ... Also viel Spaß und stehl dir, was Alkoholisches kalt ...lach...

      Liebe Grüße
      Sharon

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  2. Meine liebe Inga,
    ich weiß nicht ich weiß nicht. Ich bin ja fast versucht nochmal ein Buch von ihm auszuprobieren. Nur wegen dir. :D Ich war ja damals von "Totenfrau" so wenig begeistert, dass ich es gar nicht richtig in Worte fassen möchte. Das klingt hier doch um einiges spannender.
    Vielleicht vielleicht kriegt er mal noch eine Chance.

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo meine liebe Lotta,

      du bist ja süß :-) Aber ganz ehrlich, wenn du seine Art nicht magst, wie er erzählt, wie seine Figuren sind, lass die Finger davon. Seine Bücher leben einfach von seinen Erzählstil und unterhalten! Ich mag es total, ich liebe solche Geschichten und bin ein absoluter Fan! Aber man muss es mögen und ich möchte nicht an schlechter Leselaune schuld sein.

      Fühl dich fest gedrückt
      Inga

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