Donnerstag, 21. September 2017

Rezension: Neal Shusterman * Scythe: Die Hüter des Todes


Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Sauerländer
ISBN-13:
978-3737355063
Preis: 19,99 EUR
E-Book: 14,99 EUR
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: September 2017
Übersetzer: Pauline Kurbasik und Kristian Lutze 


Leseprobe? Kaufen? 


Inhalt:
Die Menschheit hat es geschafft und Krankheiten, sowie den Tod, besiegt. Nun leben alle in einer Welt, die weder Armut noch Krieg kennt. Allerdings wächst die Bevölkerung weiter an und dem entgegenzuwirken wurden die Scythe ins Leben gerufen. Sie wurden ausgewählt, um zu töten und für das Gleichgewicht zu sorgen. Sie müssen entscheiden, wer leben darf oder nicht. Dafür haben sie sich für ihr ganzes Leben verschrieben. Um ein Scythe zu werden, muss man bestimmte Eigenschaften an den Tag legen, wie Reue, Mitleid und Gefühle, denn es soll nie leicht werden, diese Berufung auszuüben. So kommt es das Citra und Rowan auffallen und widerwillig in eine Ausbildung rutschen, die sie sich selbst nie ausgesucht hätten. Aber am Ende wird nur einer von beiden auserwählt werden. Da sie beide Lehrlinge von einem Scythe sind, wird ihnen noch eine besonders harte Bürde auferlegt, denn der Auserwählte muss als erste Aufgabe, den anderen töten. Wie werden Citra und Rowan darauf reagieren? Sind sie wirklich bereit Scythe zu werden? Und welche Steine werden ihnen noch in den Weg geworfen?

Meinung:
Was für eine Grundgeschichte, eine Welt, in der die größte Angst besteht, einen Scythe zu begegnen. Naja, und sich resetten zu lassen, man möchte ja mit 160 Jahren immer noch wie 28 aussehen. Aber kann solch ein System funktionieren? Und dann diese beiden, zwei Lehrlinge die zusammen lernen und wissen, dass einer am Ende sterben muss. Was macht das mit ihnen? Wie gehen sie damit um? Dieses ganze Gemisch macht unglaublich neugierig und ich war auf die Umsetzung total gespannt. Ob es mir am Ende auch gefallen hat, erzähle ich euch jetzt.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Citra und Rowan erzählt und nach jedem Kapitelende, bekommen wir Einsicht in das Nachlese-Tagebuch eines Scythes. Nachlesen ist übrigens das nettere Wort für Töten. Außerdem gibt es fünf Abschnitte, die sich der Entwicklung des Geschehens aufteilen. Der Erste widmet sich der Auswahl und wir lernen beide Hauptfiguren kennen. Citra ist impulsiv, strebsam und gibt ungern auf. Dagegen haben wir Rowan, mit seinem Einfühlungsvermögen, seiner guten Beobachtungsgabe und seiner ruhigen Art. Beide ergänzen sich gut, unterstützen sich, versuchen einander zu helfen und geraten dadurch in größere Probleme. Zwischen ihnen bannen sich auch Gefühle an, die sie nicht haben dürfen und wer hier glaubt, es wird eine Liebesgeschichte, hat sich geschnitten, denn dazu haben sie gar keine Zeit. Die ersten drei Monate in ihrer Ausbildung verlaufen gut und dann bricht alles über sie herein und nichts ist mehr so, wie es scheint. Ab dem Zeitpunkt ihrer Bestimmung bricht die Hölle los und ihr gemeinsamer Weg wird sich Grund auf Verändern.


Da ich ja von Anfang der Geschichte etwas erzählt habe, möchte ich euch auch von Anfang meines Leseeindrucks berichten. Ich habe das Buch natürlich unter wenig Lesezeit begonnen und ich kam verdammt schlecht voran und rein. Der Anfang war für mich wie eine Sammlung vieler Stichpunkte, die der Autor abarbeiten wollte und so wirkten die Kapitel etwas abgehackt und alles wirkte noch nicht so rund. Auch die ersten drei Monate Ausbildung war wie eine Kette von Ereignissen aufgereiht, ohne wirklich groß im Zusammenhang zu stehen. Für mich fehlte so ein bisschen Ausschmückung, mehr ineinandergreifen und einfach etwas mehr Zugänglichkeit. Mein Durchhaltevermögen wurde aber am Ende total ausbezahlt. Sobald wir zum ersten Konklave kommen und die Bombe platzt, überschlagen sich die Ereignisse. Dazu möchte ich allerdings nichts verraten, da es einfach euren Lesespaß mindern würde.

Neal Shusterman haut aber ab diesem Moment rein, er verlangt seinen beiden Protagonisten viel ab und auch der Leser wird mit jedem Kapitel unruhiger. Wir erleben ungeahnte Entwicklungen mit und leiden, oh man, man leidet so unglaublich mit. Dazu kommt noch das ganze Blutbad und man denkt sich, nein, das war doch so nicht geplant. Genau hier setzt der Autor gut an. Wir haben zwar alles Böse aus der Welt ausgemerzt, aber hält es die Menschheit auch wirklich ab, nicht schlecht zu sein. Immerhin hat das Scythetum einen Freifahrtschein und lädt zu Machtmissbrauch und Intrigen ein. Ihr seht, da kommt noch ganz viel auf unsere beiden zu und sie müssen sich da durch Ackern und turbulente Zeiten durchleben. Am Ende konnte ich das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen und hatte einen wahren Leserausch. Ehrlich, damit hatte ich nicht mehr gerechnet, aber es ist einfach wahnsinnig genial.

Scythe ist wirklich ein Hammerbuch mit tollen Figuren und einer Achterbahn an Abenteuern und Machtgeplänkel. Für mich absolut gelungen, überraschend, zackig und unglaublich spannend. Der Anfang war so schnell vergessen und nur noch der Wunsch nach dem zweiten Band war am Ende da. 


Henry und ich sind begeistert und voll angefixt dafür gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:
 
 
Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet. In Deutschland liegt bisher seine »Vollendet«-Serie vor. Mit »Scythe – Die Hüter des Todes« startet Shusterman eine neue Trilogie über den Preis der scheinbar perfekten Welt.



Vielen lieben Dank an den Sauerländer Verlag für das  Rezensionsexemplar. 


Kommentare:

  1. Hallo Sharon,

    ich habe das Buch heute Morgen beendet und ich bin ähnlich begeistert wie du. Der Beginn war für mich noch ok und auch der Einstieg fand ich gelungen. Allerdings begann die Spannung bei mir erst ab der zweiten Ausbildungsphase (so möchte ich es mal nennen ;)). Die weitere Entwicklung und auch das Ende sind genial und ich freue mich schon sehr auf den 2. Band.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo lieber Uwe,

      noch schnell bevor Fußball anfängt! ...hihi...

      Ich freu mich das es dir auch gefallen hat und umso besser, wenn dir der Einstieg nicht so schwer gefallen ist. Naja, das war bei mir ja ähnlich, das war ja nach dem Knall, also hatten wir beide die gleiche Stelle, wo für uns die Story richtig losbrodelte :-)

      Nun müssen wir aber bis nächsten Herbst warten ...Mannoooo...

      Ich schick dir liebe Grüße und viel Spaß
      Deine Sharon

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