Donnerstag, 4. Juli 2013

Rezension: Amor Towles * Eine Frage der Höflickeit

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: Graf Verlag
ISBN-13: 978-3862200108
Preis: 19,99 EUR
E-Book: --
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: März 2011




Inhalt:
New York 1937, zu dieser Zeit ist es noch nicht leicht eine unabhängige Frau zu sein und vor allem mit schlecht bezahltem Job, in einer Welt mit zuhalten die so fern ist. Kate und Eve lernen in einem Jazzclub Tinker kennen, und da er ein vermögender und charmanter Mann zu sein scheint, verbringen die Drei immer wieder Zeit zusammen. Die Frage ist nur, wer mit wem? Aber dann passiert ein Unfall und Eve wird schwer verletzt. Tinker opfert sich für sie auf und Kate bleibt zurück. Sie versucht ihr dasein weiter zu meistern, wird aber immer wieder in das Leben von den Zwein mit hinein gezogen. Sie merkt, das sie sich immer noch zu Tinker hingezogen fühlt, und er kämpft mit sich auch, aber was steckt hinter allem und wird Kate ihren Weg gehen?

Meinung:
Was für ein toller und interessanter Roman. Zuerst sollte ich wohl mal gestehen, dass mich diese Zeit sonst überhaupt nicht interessiert, mit ihren Partys und den Möchtegern-Frauen, die sich an vermögende Männer hängen oder junge Mädchen aus der Provinz, die meinen das große Glück in der Großstadt zu finden. Dieser Autor hat es geschafft mir diese Zeit näher zu bringen, ohne es abstoßend wirken zu lassen.
Die Figur der Kate wird hier in den Mittelpunkt gerückt, und wir erleben alles aus ihrer Sicht, erleben wie sie sich in Tinker verliebt, ihn immer wieder trifft und ihre Zerrissenheit ihrer Freundin gegenüber. Sie versucht ein Leben ohne die Zwei aufzubauen, nimmt einen neuen Job an, trifft einen anderen Mann und sie fühlt sich abgelenkt und gehalten. Überhaupt ist Kate eine ruhige Person, die nicht immer für sich kämpft und oft allein zurück bleibt. Aber Tinker lässt sie nicht los...
Die anderen Figuren haben mich auch überzeugt und die Wendung, die diese Geschichte nimmt, haben mich sprachlos zurück gelassen.
Das Einzige, was ich ein bisschen Schade fand, war, dass wir schon von Anfang an wussten, wie die Geschichte endet. Auch wenn uns nicht die Gründe bekannt waren, denn Kate erzählt sie im Nachhinein. Das Zweite war der Mittelteil, dieser hatte so eine zähe Länge, die mich ein weinig gestört hat, aber das hat der Autor mit seinen wundervollen Sätzen und Einblicken in das New York von 1938 wieder weg gemacht. 

Henry und ich fanden diese Momentaufnahmen einfach schön und vergeben vier Bücherpunkte:

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Über den Autor:

Amor Towles hat in Yale und Stanford studiert. Er ist in der Finanzbranche tätig und gehört dem Vorstand der Library of America und der Yale Art Gallery an. Nach Veröffentlichungen in der Paris Review ist Eine Frage der Höflichkeit sein erster Roman. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Manhattan.  

Quelle: Graf Verlag

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