Dienstag, 16. Juli 2013

Rezension: Arne Svingen & Christoffer Grav * Mit eigenen Augen

Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
ISBN-13: 978-3411809943
Preis: 19,99 EUR
E-Book: --
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Februar 2013 




Inhalt:
Jim ist der aufgehende Stern am Musikerhimmel und der Liebling des Publikums. Nur statt sich darüber zu freuen, sieht es in ihm leer aus, und er hält sich an sein Programm um auf der Bühne zu überleben. Nach einem Konzert nimmt er ein Mädchen mit auf sein Zimmer, diese möchte mit ihm feiern. Um in die richtige Stimmung zu kommen, schnüffelt sie Drogen und gibt sich somit eine Überdosis. Sie landet im Krankenhaus. Jim‘s Manager ist alles andere als begeistert und schickt ihn für ein paar Tage in Urlaub, damit Gras über die Sache wächst. Für Jim Zeit zu sich zu finden? Er sitzt am Strand und geniesst die Meeresluft, als ein Mädchen mit roten Haaren vorbei geht. Jim ahnt schon schlimmes und geht innerlich schon wieder auf Abwehrhaltung, er hat einfach keine Lust mehr auf diese Groupies. Aber das Mädchen geht an ihm vorbei, ganz ohne eines Blickes, oder Wort. Jim ist verwirrt und spricht sie an. Sie heisst Lise und ist blind. Er stellt sich als Jakob vor und möchte mit diesem interessanten Mädchen mehr Zeit verbringen. Sie gehen spazieren und er beschreibt ihr die Umgebung. Jim fühlt sich sehr wohl bei Lise und sie kommen sich näher. Aber der Alltag will ihn wieder zurück auf die Bühne und er, will er das auch? Für ihn steht nur fest, das er Lise wieder sehen möchte und lässt sie von seinen Manager zu seinem nächsten Konzert einladen. Auf der Bühne macht er sie auch direkt aus, denn ihre roten Haar leuchten und für einen kurzen Augenblick fühlt er sich glücklich. Dann beginnt er das Konzert mit einem neuen Song, nur für sie. Doch das Publikum will den alten Jim und so legt er sich ins Zeug um ihnen das bieten zu können. Doch dabei bemerkt er das Lise bedrängt wird und immer mehr in der Menge untergeht, er versucht ihr zu helfen und bricht sich dabei das Steißbein. Im Krankenhaus bestürmt ihn sein Manager, was für einen Knüller das gebracht hat, nur Jim‘s Gedanken sind ganz woanders. Er bekommt Besuch und sie ist ganz und gar nicht erfreut. Lise macht Jim eine klar Ansage und drückt aus wie sehr sie sich betrogen fühlt. Sie geht und lässt ihn zurück. Für Jim beginnt eine schwer Zeit des Suchens, denn nicht nur sein Leben möchte er ändern, sonder auch Lise wieder finden. Wird es ihm gelingen? Und kann er sie wieder zurück erobern?

Meinung:
Ich habe das Buch in meinem Buchladen des Vertrauens entdeckt und mich haben direkt diese Augen angesprochen. Sonst kaufe ich mir solche Bücher eigentlich nicht, aber hier wurde ich regelrecht angezogen und die Bilder wirkten so erwachsen. Also musste ich es mitnehmen. Die Gesichte an sich ist ja nicht neu, Rockstar der sich ausgebrannt fühlt und sich neu finden muss. Jim verkörpert das alles sehr gut und leidet sehr vor sich hin. Aber dann kommt Lise dazu, das blinde Mädchen spielt auf einmal in seinem Leben eine Rolle und das macht die ganze Sache interessanter. Lise ist als Figur sehr gut gelungen und auch sie verbirgt ihre Geheimnisse. Durch ihre Sprüche bringt sie Jim zum nachdenken. Mir hat das unheimlich gut gefallen, wie sie ihm ihre Blindheit beschrieben hat, und wie sie damit umgeht. Man spürt direkt die Anziehungskraft der Beiden zueinander und durch die Bilder wird das alles noch schöner und überzeugender. Die Bilder sind einfach wunderbar und unterstreichen diese Geschichte ausgesprochen gut. Ich konnte mich teilweise gar nicht satt sehen und musste mich manchmal zwingen umzublättern.
Das Einzige, was ich manchmal Schade fand, waren die abgeschnittenen Texte. Manchmal erzählt Jim viel und dann wieder nur ein paar Zeilen, das wirkte leider machmal so unvollendet und ich war damit nicht immer glücklich. Gut, es ist ja kein Roman, aber ich glaube ein bisschen harmonischer zueinander und passender hätte mir mehr gefallen.
Eine wunderschöne Gesichte um das Finden und Suchen von Gefühlen und Werten, die durch die Bilder einfach wunderbar untermalt wurde. Ich werde noch oft die schönen Bilder bestaunen.

Henry und ich sind noch ganz von den Bildern eingenommen und vergeben vier Bücherpunkte:

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Über den Autor:

Arne Svingen wurde 1967 geboren und schreibt seit 1999 Kinder- und Jugendbücher, aber auch Hörspiele und Songtexte für den norwegischen Musiker Jonas Fjeld. Außerdem ist er Herausgeber der Zeitschrift “Der Autor”.

Über den Illustrator:

Christoffer Grav, geboren 1983, studierte Grafikdesign. Er lebt in Oslo, wo er als Illustrator und Grafiker arbeitet.


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