Freitag, 29. November 2013

Rezension: Ellen Dunne * Für immer mein

Taschenbuch: 390 Seiten
Verlag: Eire Verlag
ISBN-13: 978-3943380149
Preis: 14,90 EUR
E-Book: 4,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: November 2013




Inhalt:
Tarek Waldmann ist Schriftsteller, aber die Jobs in Irland sind knapp und so geht er auch seinem zweiten Standbein nach, dem Biographie schreiben. Er bekommt einen Auftrag, der ihn nach Wien führt, zu seinen Adoptiveltern und der Stadt seiner Kindheit. Für ihn ist es außerdem auch eine Flucht, denn seine Freundin klammert, und er selber ist an einem Punkt, wo er sich neu finden möchte. So kommt er nach Wien und wird zum Einen von der Krankheit seines Vaters überrascht und zum Anderen von der Begegnung seiner Jugendliebe Valerie. Dabei lernt er natürlich auch seine Auftraggeberin Helga Wolff kennen, die ihn ihre Geschichte erzählt und dabei Tarek so zum Grübeln bringt. Über ihre Vergangenheit erfährt er Einiges und merkt durch sein ganzes Gefühlschaos fast zu spät, was sie da erzählt. Denn Helga scheint nicht irgendeine Auftraggeberin zu sein, sie verbirgt was vor ihm. Wird es Tarek rechtzeitig erkennen? Was verbirgt man all die Jahre vor ihm? Und wie wird es sein Leben und sein Umfeld beeinflussen?

Meinung:
Diese Geschichte lebt von dem tollen Schreibstil der Autorin, denn sie erzählt aus verschiedenen Richtungen. Zum Einen aus Tarek‘s Sicht, sein Leben, seine Frauen, seine ungewöhnlichen Eltern, sein Suchen nach dem Platz im Leben und zum Anderen wie er die Biographie schreibt, Helgas Erinnerungen in Worte verfasst und uns so ihre Geschichte erzählt. Aber dann bekommen wir noch Briefe zu lesen, die Helga an ihren verstorbenen Mann Herrmann schreibt und uns so in ihre Gefühlswelt sehen lässt. Genau das ist höchst interessant und man bekommt durch diese Einblicke eine Gänsehaut. Denn aus Helga wird man nicht ganz schlau, ist sie wirklich ein Opfer? Genauso fängt das Buch auch an, verwirrend und suchend nach der Wahrheit. Das lässt uns das ganze Buch nicht los, man will endlich hinter den Vorhang gucken und Tarek‘s Vergangenheit hören.
Dabei hat die Autorin ganz tolle Charaktere geschaffen, die Ecken und Kanten haben. Die beim Lesen auf die Nerven gehen, oder man schüttelt über ihre Blindheit den Kopf. Diese Figuren sind so nah am richtigen Leben, sie vermitteln soviel Natürlichkeit und auch, wie sie die Schwere ihres Lebens meistern müssen. Sie sind einfach realistisch und nicht so aal glatt wie in anderen Romanen, aber das hatte mir schon bei ihren Erstlingswerk so gut gefallen.
Auch der historische Blick in die Welt der DDR ist beeindruckend in Szene gesetzt und lässt einen so manchmal hart schlucken. Ich fand diese Einblicke sehr interessant und super in die ganze Geschichte eingebaut, eine sehr gelungene Idee mit einer klasse Umsetzung.
Wer also gut erzählte Geschichten mag und auch einige kleine Längen gern in kauf nimmt, ist mit diesem interessanten Familiendrama bestens bedient. Es hat eine tolle Geschichte, sehr interessante Figuren und eine Entwicklung, die sogar kriminalistische Einflüsse hat. Das Einzige was mich persönlich an diesem tollen Buch gestört hat, war Tarek‘s Windhundgeschichte... das konnte ich nicht ganz so gut verstehen und ein bisschen Verständnis fehlte mir da auch. Ansonsten bitte mehr von ihren tollen Geschichten, Ellen Dunne.
 
Henry und ich lieben einfach die Art und den Schreibstil dieser Autorin und vergeben vier Bücherpunkte:

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Über die Autorin:

Ellen Dunne geboren 1977 nahe Salzburg beschäftigt sich seit 1993 mit dem Nordirland-Konflikt. Sie verbrachte über fünf Jahre in Irland, in dieser Zeit entstand "Wie du mir". Nach längeren Aufenthalten in Berlin und München lebt sie nun wieder mit ihrem Mann in Dublin.

Verlag: Eire Verlag

Mehr über die Autorin auch auf ihrer Homepage: ellen-dunne.com 


Vielen lieben Dank an den Eire Verlag und Ellen Dunne für dieses wunderbare Rezensionsexemplar :-)
 

Kommentare:

  1. Hi, Inga.
    Anspruchsvolles Gegenwartsdrama, inter nationem verknüpft. Über einen Suchenden, der keineswegs die richtigen Fragen kennt und eine Wissende, die den Sucher gefunden hat.
    Ändert sich unser Leben wenn wir die Wahrheit über unsere fremden Eltern kennen lernen?
    Müssen wir uns darauf hin verändern?
    Sind wir nicht wir selbst?!

    Bevor es existenzialistisch wird,

    bonté

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    1. Hallo Robert,

      das hast du gut zusammen gefasst und ja, deine letzte Frage stellt sich einen wirklich :-) Entweder hast es schon gelesen, oder ich habe die Rezi gut geschrieben ...lach...

      Liebe Grüße
      Inga

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    2. ...definitiv Letzteres, würde ich sagen. :-D
      Zudem lasse ich gern meine Gedanken herumsausen.

      bonté

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    3. ... hihi... das ist mir schon aufgefallen :-) Und ich mag das total gern!!!
      Und ich freu mich, wenn dich mit meiner Rezension dazu animiert :-)

      Bye bye
      Inga

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