Dienstag, 7. Juni 2016

Rezension: Katherine Pancol * Muchachas: Tanz in den Tag


Broschiert: 352 Seiten
Verlag: carl's books
ISBN-13:
978-3570585566
Preis: 14,99 EUR
E-Book: 11,99 EUR
Reihe: 1/3 
Erscheinungsdatum: März 2016

Übersetzer: Nathalie Lemmens


Leseprobe? Kaufen?


Inhalt:
Hortense lebt mit ihren Freund Gary in New York, er ist Musiker und sucht nach den richtigen Noten und sie möchte in der Modewelt Fuß fassen, aber hat auch große Existenzängste. Natürlich reden sie öfters aneinander vorbei und es knallt auch schon mal an ungewöhnlichen Schauplätzen. Anders geht es Joséphine, sie zieht für ihre Liebe nach London, hat den Plan aber ohne ihre Tochter gemacht, diese will zurück zu ihrem Freund nach Paris. Und da die Kinder nur Dummheiten in Kopf haben, heißt es für Josephine, die Liebe zur Tochter oder die Liebe zum Mann. Die Letzte im Bunde ist Stella, sie lebt mit ihrem Sohn auf einen kleinen Bauernhof, irgendwo in einer kleinen Stadt in Frankreich und kämpft sich durchs Leben. Dabei hat sie immer Angst, denn ihre Kindheit war nicht besonders schön und ihr Vater regiert immer noch die Stadt und streckt seine Finger nach ihr aus. Was haben alle diese Geschichten gemeinsam? Wo berühren sie sich? Und kann jede ihr Glück finden?

Meinung:

Ich wußte gar nicht so genau, was ich mir von dem Buch erhoffte oder dachte, was da auf mich zukommt, aber wenn ich es von einer Buchhändlerin im Gespräch empfohlen bekomme, werde ich neugierig. So war ich gespannt und mit klitzekleiner Erwartung an die Geschichte dran gegangen und wurde total in ihren Bann gezogen. Zu erst fand ich allein den Titel witzig, eine Französin, die ihren Roman Muchachas nennt, weil es der Ausdruck für junge Frauen bedeutet, fand ich schon erstaunlich, aber Mademoiselle klingt noch lange nicht so spritzig und lebensfroh, also schlug ich das Buch auf und war in New York gelandet.

Das erste Pärchen lebt also in der großen Stadt und jeder hat so mit sich selbst zu tun, es wunderte mich, dass sie überhaupt ein Paar sind, aber es muss da was geben. Unser Augenmerk wird auf Hortense gelegt und wir erleben in ihren Kopf ein wahres Chaos aus Ängsten und Sorgen. Sie möchte ganz groß als Designerin rauskommen, sieht umwerfend aus und prallt doch oft, an der oberflächlichen Welt ab, aber sie weiß was sie will und bedient sich da einiger Tricks.

Dann kommt Josephine, eine Autorin, die in Paris lebt und einen Freund in London hat, ihre große Liebe, aber sie kann diese nicht so leben, wie sie es gerne möchte. An ihr nagen zum einen Zweifel, ob sie die Richtige für ihn ist, da Josephine so anders ist, als seine erste Frau. Sie macht sich oft kleiner und grauer als sie ist, ihr Selbstbewusstsein ist klein und so stellt sie sich oft selbst ein Bein. Das andere ist, sie ist auch Mutter und ihre Tochter, sieht es ja gar nicht ein, warum ihre Mutter ihr Glück leben darf und sie nicht, immerhin musste sie ihren Freund in Paris zurücklassen.

Und die Dritte im Bunde ist Stella, eine absolute Kämpferin, hier verweilt die Geschichte am längsten und lässt uns in das dramatische Leben einer jungen Frau blicken, deren Existenz von Angst und Gewalt geprägt wird. Hier ist der eigentliche Hauptstrang der Geschichte und die Autorin nimmt sich einem Thema an, was einem kalt den Rücken runter laufen lässt. Gewalt in der Ehe, Gewalt an seinem Kind und die Macht mit dem Menschen zu machen, was man will. Eigentlich rollt sie hier ein Tabuthema auf und beschreibt diesen Teufelskreis einer Mutter und ihrer Tochter. Im ersten Moment war ich echt geschockt, aber dann dachte ich, dieses Thema darf einfach nicht mehr im Dunkeln gehalten werden und ich finde es mutig, dazu ein Buch zuschreiben.

Bei dem Titel denkt man an eine leichte nette Lektüre für schöne Stunden und bekommt dann so eine Wendung. Ich war gefangen in dieser Geschichte und in der Art, wie die Autorin uns dort heranführt. Ganz sorgsam und gefühlvoll erzählt sie uns von ihren Frauen, lässt uns an jedem Schicksal teilhaben und zeigt uns, wie schnell sich ein Leben in die falsche Richtung entwickeln kann. Mir hat der unglaublich gute Erzählstil dieser Autorin gefallen, ihre Worte fesseln einen und lassen einen erst wieder los, wenn die letzte Seite gelesen ist. Ich möchte unglaublich gern weiter lesen, denn diese Frauen verbindet etwas, was sich nur ganz langsam herausbildet und einem mega neugierig zurück lässt.
 
Henry und ich sind gefangen von der Geschichte und vergeben dafür die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin: 

Katherine Pancol wurde 1954 in Casablanca geboren und lebt seit ihrem fünften Lebensjahr in Frankreich. Nach ihrem Literaturstudium arbeitete sie als Lehrerin, Journalistin und Autorin. Ihr beispielloser Aufstieg zum „Phänomen Pancol“ begann 2006 mit dem Erscheinen von Die gelben Augen der Krokodile (dem ersten Teil der Joséphine-Trilogie): 2006 erhielt der Roman den Prix Maison de la Presse, 2008 war er noch immer auf Platz 6 der bestverkauften Romane des Jahres (Le Figaro), und 2010 dominierte Pancol die Bestsellerlisten mit ihrer Trilogie schließlich ganz. Sie hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Paris.

Quelle: carl's books


Muchachas-Reihe:

http://buchhandlung-barbers.shop-asp.de/shop/action/productDetails/28975898/katherine_pancol_muchachas_3570585573.html?aUrl=90009126&searchId=39http://buchhandlung-barbers.shop-asp.de/shop/action/productDetails/28975896/katherine_pancol_muchachas_3570585581.html?aUrl=90009126&searchId=65

2. Teil I 3. Teil
 
Vielen lieben Dank an den carl's books Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Salut, Inga.
    Das Leben nimmt uns so einige Male, während unserer Jahrzehnte, in den Schwitzkasten. Weil die Unbilden des Schicksals - wer auch immer hierfür schlechte Regie führt - bereits unberechenbar genug sind, sollte wir das Leben uns & anderen nicht sehenden Auges schwer machen.
    Wie die Autorin, offensichtlich wortgewandt, in Ihrem Triptychon der Frauenleben aufzeigt, können Menschen nicht glücklich werden, wenn das Ego zentral alle Fäden in Händen zu halten gedenkt.

    Stimmt - familiäre Gewalt & die Gewalt gegen Frauen gehört angesprochen, angeklagt & verurteilt.

    Don Dexter korrespondiert offenbar gut mit dem Buchcover.

    bonté

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    1. Hallo Robert,

      es tut mir so leid, das ich mich erst jetzt melde, aber momentan ist meine Woche so schrecklich voll gepackt, das ich nur am Wochenende zum antworten komme ...

      Wie immer, hast du meine Worte perfekt in deine zusammengefasst und genau den Kern wiedergegeben, ich bin immer ganz Hin und Weg, wenn ich das lese ...lach... und du hast Recht dieses Thema gehört in die Öffentlichkeit und diese Männer an den Pranger!!!

      Du wirst jetzt lachen, aber Dexter hiess beim Züchter Don Bosco, ich musste jetzt bei Don Dexter ziemlich lachen :-) Er ist einfach ein super tolles Model ...

      Hab einen schönen Sonntag und ganz liebe Grüße
      Inga

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