Freitag, 5. Mai 2017

Rezension: Sandra Henke * Verliebt in den Mond

Taschenbuch: 216 Seiten 
Verlag: Self-Publishing
ISBN-13: 978-1545495193
Preis: 7,99 EUR 
E-Book: 3,99 EUR 
Reihe: 1. Teil
Erscheinungsdatum: April 2017
 
 
 
 
Inhalt:
Lilly hat sich in sich zurückgezogen und findet gerade bei ihrer Schwester in L.A. Unterschlupf. Momentan sucht sie noch einen Weg in ihr Leben zurück, aber dieser ist schwer, da träumt sie sich doch lieber in einem Liebesroman ihre Lieblingsautorin. Durch Zufall bekommt sie heraus, dass ihre Lieblingsautorin in Wirklichkeit ein Mann ist und ganz in der Nähe lebt. Lillys Fangirlherz schlägt höher und der Wunsch einmal mit dem Mann zu sprechen, der so wunderbar über Gefühle schreiben kann, wird immer größer. Also setzt sie sich in ihr Auto und macht sich auf den Weg, das Haus ist auch schnell gefunden, aber sie trifft den Autor nicht an, sondern nur seinen Gärtner. Dieses Aufeinandertreffen ist alles andere als sympathisch und doch hat dieser Jack etwas an sich. Aber Lilly wollte doch Benjamin Moon, den Autor treffen, was nun? Wird Lilly ihren Lieblingsautor begegnen? Oder sind die Stunden mit Jack einfach besser? Welchen Weg wird sie wohl einschlagen?

Meinung:
Das ist er nun, der erste Self-Publishing Roman aus der Herzchenkonfetti Reihe von Sandra Henke und ich muss sagen, dieser Titel ist Programm. Es sollen Liebesromane sein, die zum Träumen einladen und den Alltag ausladen sollen, den Lesern Seelenbalsam liefern und sich einfach genüsslich amüsieren. Ist das bei mir gelungen? Aber so was von logo! Und jetzt erzähle ich euch warum.

Lillys Geschichte fängt sehr trübsinnig an, versteckt unter der Bettdecke und gefangen in ihrer Traumwelt, lockt sie das Leben nicht wirklich raus. Man stellt sich sofort die Frage, was ist passiert und warum geht es ihr so, aber das wird erst im Laufe der Geschichte offenbart. Erst das verheerende Gespräch mit ihrer Schwester dreht ihr Leben. Verrückt und spontan, wie sie ist, beschließt sie ihren Lieblingsautor zu treffen und ihm wissen zu lassen, dass seine Bücher, die großartigsten sind und ihr den Glauben, an die Liebe erhalten haben. In wilder Farbkombination fährt sie also los und ist total traurig, dass sie nicht den Autor, sondern den grummeligen Gärtner trifft. Dieser Kerl weißt sie erst zurecht, reagiert unhöflich und doch bietet er ihr an, Benjamins Schreiboasen zu zeigen. Lilly ist hin und her gerissen, lässt sich aber auf das Abenteuer ein und genau das wollen wir Leser doch haben, oder nicht. Lilly wächst einem doch gleich ans Herz, ein bisschen chaotisch, absolut verträumt und sympathisch, eben eine gute Liebesroman Protagonisten.

Aber auch Jack ist nicht von schlechten Eltern, die Autorin hatte mich ja sofort, als sie ihn mit Karl Urban verglich und da schlug mein Fangirlherz höher, sprich ich konnte dieses Buch nicht mehr weglegen. Ihr Hauptprotagonist ist mürrisch, ungehobelt, leicht zynisch, aber wenn er lächelt, ist es wie ein auf Glitzern von Sternen, unbeschreiblich schön. Jack gibt oft den Geheimnisvollen, fragt Lilly gern aus, aber verschweigt sein eigenes Leben ganz geschickt und wir ahnen schon, da kommt noch was. Er zeigt ihr wirklich schöne romantische Orte und man merkt sofort, dass ihn diese auch berühren und er nicht nur der ungehobelte Gärtner ist. Ein Typ mit weichem sensiblen Kern, ach, das mögen wir Frauen doch gern, also mein Leserherz hatte er.

Zwischen Lillys Abenteuern mit Jack bekommt aber auch Benjamin Moon eine Stimme und man lernt einen gefrusteten Mann kennen. Beruflich läuft es zwar, aber es macht in unglücklich, das er nicht zu seinen Büchern stehen kann und seine Beziehung ist kälter als der Nordpol. Ihm fällt es immer schwerer seine Geschichten zu schreiben und er ist so richtig schön in einer Schreibblockade. Er steckt fest und muss überlegen, wie er weiter leben möchte.

Sandra Henke hat hier wirklich eine ganz bezaubernde Geschichte geschrieben, für Fangirls, Träumer und Büchernarren, oder einfach für das perfekte Abendprogramm, abschalten, genießen und seufzen. Ihre Taktik mit ihrem verwirr Spiel ist bei mir voll aufgegangen, auch wenn man es von Anfang an weiß, man freut sich einfach diebisch aufs Weiterlesen. Die Autorin lässt uns wirklich alle Emotionen miterleben und schickt uns durch einige, Auf und Abs. Dabei vergisst sie auch den Humor nicht und allein durch die Wortgefechte der beiden, hat sie für viele Lacher auf meiner Seite gesorgt. Es ist ein richtiger Wohlfühlroman und man kuschelt sich richtig in die Geschichte ein.

Sympathische Charaktere, frech, verspielt und einfach romantisch, so muss ein Liebesroman sein. Für den perfekten Sonntag, mit Kuchen, Kaffee und Liebe, oder Herzchenkonfetti von Sandra Henke, für mich könnte es einen Nachschlag geben, bitte.
 
Henry und ich mochten diese Lovestory richtig gern und deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autorin:
 

Sandra Henke liebt tiefgründige Gespräche mit guten Freunden, Kaffee ebenso wie Tee, den Herbst und lange Spaziergänge mit ihren Hunden in der Natur. Ihre Leidenschaft gilt dem Schreiben von Liebesromanen, mal mit Rote Ohren-Garantie und mal ohne, aber immer mit einem Happy End, das zum Seufzen schön ist.

Als Dozentin an der Bastei Lübbe Academy gab sie Schreibkurse. Sie nahm an großen Veranstaltungen wie der Loveletter Convention und der Crime Cologne teil und trat beim „West Art Talk“ im WDR-Fernsehen auf. Auslandslizenzen ihrer Bücher wurden verkauft nach Litauen, Italien, Österreich und in die Tschechische Republik.

Quelle: amazon

Vielen lieben Dank an Sandra Henke für das  Rezensionsexemplar. 

Kommentare:

  1. Bore da, Inga.
    "Herzchen-Romanen" hängt gern der Ruf an, die stilistischen, inhaltlichen Billigheimer der Beziehungs-Geschichten zu sein. Konsumware in der deutlich negativen Konotierung - ein Fließbandprodukt.
    Was aber ähnlich auf fast jedes Genre zutreffen kann. Auf Liebesromane ist aber gern eingedroschen.

    Menschen den Glauben an die Liebe zu erhalten - was selbst in einer "normaleren" Welt schwer fiele - bleibt eine noble Geste. Selbst wenn damit (den Stories) auch nur Geld verdient wird.(*)

    Doch, Karl Urban würde im Garten überzeugend wirken - wäre auch schlecht zu übersehen ("Unkraut, ich komme!").
    Den Dramaturgiekniffen folgend würde ein frustrierter Autor seine Ablenkung vermutbar bei Gartenarbeiten suchen. Denke ich...

    bonté

    (*)weit besser als mit Meth kochen!

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    1. Salut Robert,

      recht hast du, der Ruf eilt dem Liebesroman voraus und dabei verpasst man so einige Perlen. Aber ich muss auch gestehen, ich muss Lust darauf haben und gewillt sein was leichtes zu lesen ... hier passte es einfach hervorragend :-)

      Na von irgendwas muss der Mensch ja leben ...lach... aber ein Mann und die Liebe, ist doch immer noch ein bisschen was anderes. Ein absolutes Tabu, da geht die Männlichkeit verloren ...lach... Ich fand es einfach herrlich zu lesen.

      Ein Autor braucht ja auch seinen Ausgleich und Mr. Urban in grüner Latzhose stelle ich mir hervorragend vor, habe mir direkt mal wieder eine Star Trek Folge am Samstag beim Bügeln gegönnt, sie hat ihn gut in ihren Buch in Szene gesetzt :D

      Ganz liebe Grüße
      Inga

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