Dienstag, 24. Oktober 2017

Rezension: Amie Kaufman & Jay Kristoff * Illuminae: Die Illuminae Akten 01


Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: dtv 
ISBN-13: 978-3423761833  
Preis: 19,95 EUR  
E-Book: 16,99 EUR  
Reihe: 1. Teil   
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Übersetzer: Gerald Jung & Katharina Orgaß




Inhalt:
Kady hat sich von ihren Freund Ezra getrennt und dachte zu diesem Zeitpunkt, es wäre das aller schlimmste in ihrem Leben. Nur ein paar Stunden später steht ihre Welt Kopf. Ihr Planet wird angegriffen und sie sieht wie die Menschen um sie herum sterben, aber ihr gelingt die Flucht auf ein Raumschiff und auch Ezra wird gerettet, nur sind sie nicht am selben Ort. In der Hoffnung, nun den Schaden zu begrenzen und Hilfe zu holen, sind sie noch lange nicht außer Gefahr, denn die feindlichen Schiffe nehmen die Verfolgung auf. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und nicht nur der Feind sitzt ihnen im Nacken, nein, auch ein Virus hat sich beim Angriff eingeschlichen und auch AIDAN, die künstliche Intelligenz der Flotte, spielt auf einmal verrückt. Wird der Flotte die Flucht gelingen? Wie können Kady und Ezra helfen? Und was für ein Virus ist das?

Meinung:
Ich glaube, jeder aber auch wirklich jeder, hat schon mal dieses Cover gesehen. Immerhin ist das Buch im englischen Raum ein absoluter Hype und ich muss mir eingestehen, ich war sehr neugierig. Momentan lasse ich mich da total beeinflussen und doch, werden nicht immer die Erwartungen erfühlt. Da ich aber gerade auch meine Raumschiffliebe wieder entdeckt habe und mich gern auf Neues einlasse, habe ich das Abenteuer gewagt und nun berichte ich euch, ob es mich überzeugt hat.

Total unvorbereitet, was da auf mich zukommt, habe ich die erste Seite aufgeschlagen und eine E-Mail kam zum Vorschein, diese Informierte einen über das weiter folgende Material. Tja, und das waren E-Mail, Chats, Protokolle und Überwachungskameraberichte. Ich fühlte mich wie ein hohes Tier, was eine FBI Akte lesen durfte und sich aus den Aufzeichnungen sein Urteil bilden soll. Das Ganze hatte schon ein bisschen was von einem Voyeur. Aber ich fand das außergewöhnlich, beeindruckend, wie man so eine komplette Geschichte erzählen kann und wirklich was Grund anderes. Durch diese Kommunikation lernen wir auch die beiden Hauptfiguren kennen, Kady und Ezra.

Diese beiden lernen wir als Erstes durch ihre Vernehmung nach dem Überfall auf den Planeten kennen. Beide können das Geschehene nicht wirklich verarbeiten und begreifen, dazu sind ihre Gefühle viel zu durcheinander, für sie steht die Trennung noch im Vordergrund. Während der Zeit lernen wir sie besser kennen und erleben mit, wie beide über sich hinauswachsen. Kady ist ein ernstes Mädchen, mit bitterbösem Humor und einer fordernden Art. Sie ist ein absolutes Hackergenie und wird durch die Situation zu kriminellen Handlungen verführt, denn sie will wissen, was los ist und sie will die Wahrheit. Da ist sie wie ein Terrier, beißt sich fest und lässt nicht mehr los.

Dagegen ist Ezra ein Waisenknabe, er ist so eine Art Sunnyboy, immer ein lockerer Spruch auf den Lippen, etwas treudoof, aber auch dazu bereit für seine Liebe zu kämpfen. Er findet Kontakt und schließt schnell Freundschaften, seine saloppe Art lockert so einige Situationen auf und er bringt die romantischen Gefühle mit. Allerdings nimmt er auch vieles schneller als gegeben hin, fragt nicht ständig nach und hinterfragt auch nicht, da ist er ein bisschen wie ein gutmütiges Schaf. Seine Stärken befinden sich einfach woanders und er wird uns noch überraschen.

Ich glaube, an sich wäre die Story gar nicht so groß, hier ist es einfach das Gesamtkonzept. Aus zwei starken Figuren, im Welthalt, auf der Flucht und dann die ganze Darstellung dazu. Es hat wirklich etwas von ganz großen Kino Blockbuster, da können wir ja auch nicht in die Köpfe hinein schauen und müssen Bilder sprechen lassen und das schaffen die beiden Autoren ganz genial. Man ist trotz der Eigentlichen nur Berichterstattung mittendrin, kann das Geschehene greifen, rauscht mit Ezra durchs All, hackt mit Kady AIDAN an und hat das Chaos und die tickende Uhr im Auge. Der Leser rauscht förmlich durch die Seiten und erlebt mit, wie die Lage sich immer mehr zuspitzt und aussichtsloser wird, die Fingernägel leiden unglaublich. Ich hatte unglaubliches Lesevergnügen und bin total begeistert von diesem Auftakt und ich will mehr, viel mehr. Eins muss ich noch erwähnen, die Sprache, mir hat es, irre viel Spaß gemacht, zwischen rotziger jugendlicher Sprache und abgefahrenen Supergenies, sowie von Standard mäßigen Protokollsprache hin und her zu schalten und das fand ich mega gelungen, allein die geschwärzten Schimpfwörter waren eine Wucht.

Machen wir es kurz, wer gerne SciFic Filme schaut, sollte hier zu schlagen, es ist einfach ein genialer Spaß. Wer allerdings ellenlange Gefühlsbeschreibungen benötigt um Figuren zu fassen zubekommen, der sollte hier lieber die Finger von lassen, das kommt nämlich zu kurz und muss zwischen den Zeilen herausgefiltert werden. Ich fand das Ganze wirklich mega spannend unterhaltsam und kann nur sagen, lest es!
 
Henry und ich hatten eine wirklich galaktisch gute Lesezeit und dafür vergeben wir die vollen Bücherpunkte:
 
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Über die Autoren:
 


Amie Kaufman wuchs in Australien und Irland auf und hatte als Kind das Glück, in der Nähe einer Bücherei zu wohnen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Hund Jack in Melbourne und schreibt Science-Fiction- und Fantasy-Romane für Jugendliche. Sie liebt Schokolade und Schlafen, hat eine riesige Musiksammlung und einen ganzen Raum voller Bücher.
 
Jay Kristoff verbrachte den Großteil seiner Jugend mit einem Haufen Bücher und vielseitiger Würfel in seinem spärlich beleuchteten Zimmer. Als Master of Arts verfügt er über keine nennenswerte Bildung. Er ist zwei Meter groß und hat laut Statistik noch 13.020 Tage zu leben. Zusammen mit seiner Frau und dem faulsten Jack-Russell-Terrier der Welt lebt er in Melbourne.  

Quelle: dtv Verlag

 
Vielen lieben Dank an den dtv Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 

Montag, 23. Oktober 2017

BÜCHERPOST im September ...

Hallo meine Büchereulen,

der Monat September ist schon lange wieder rum und der Oktober hat auch schon die Hälfte überschritten. Die liebe Zeit, wisst ihr das bald Weihnachten ist! Wo sind die Monate hin. Übrigens bin ich im September nicht wirklich besser, als im August, aber ihr wisst ... BÜCHER! Aber zumindest hätte der Kater Platz gehabt, nur hat er diesen nicht genutzt. Wunderbare Bücher sind eingezogen, und damit ihr das auch beurteilen könnt, zeige ich sie euch einfach:


Dexter liebt auch Bücher ;-)


Dieser Stapel ist mein Geburtstagsgeschenk von meinem Mann. Lange hatte ich die Trilogie auf meiner Wunschliste stehen und lange wollte ich diese Bücher haben. Den ersten Band habe ich damals als Wanderbuch gelesen und war begeistert, hier meine damalige Meinung. Und nun sind sie, meine, DANKE. Hier also alle Engelsfors-Teile: Zirkel, Feuer und Schlüssel. Kleine Anmerkung noch, die Serie gibt es in Hardcover so nicht mehr.


Wunderbare Verlagspost ist diesem Stapel gewidmet. "Shadow Dragon" habe ich ja schon einige Zeit auf meinem Instergram Account begleitet und euch Post aus dem Kaiserreich gezeigt. Dann kam überraschend "Ivory & Bone" sowie "54 Minuten" bei mir an. Zwei Bücher, die ich mir genauer anschauen werde, vor allem Letzteres, da es ein wirklich zeitgemäßes Thema behandelt, nämlich einen Amok Lauf. "So was passiert nur Idioten. Wie uns." war mein Überraschungsbuch in 2015, mit dieser Wucht hatte ich nicht gerechnet. Hier meine Rezension. Und endlich geht es mit Viki und Jay weiter, mal sehen, wie turbulent es weiter geht mit diesem zauberhaften Paar. "Und wenn die Welt verbrennt" endlich was Neues von Ulla. Ich freu mich schon so sehr darauf, weil sie so eine tolle Sprache und Ton verwendet. 


 
"Der Sympathisant" ist ein Politthriller und hat schon den Pulitzer-Preis 2016 gewonnen und klingt verdammt gut. Dann kommt unsere Lesungsausbeute von Friedrich Dönnhoff. Krimis aus Hamburg, damit das Fernweh von der Couch aus bekämpft werden kann. So durfte für den Mann "Seeluft" einziehen, was sich dem Thema Reederei und Hafen widmet. Für mich gab es den neusten Fall "Heimliche Herrscher" darin geht es um Menschenhandel. "New York zu verschenken" ist der neuste Clou des Autorenteams Anna Pfeffer und ich freu mich auf ihren Humor und eine Liebesgeschichte in New York geht doch immer. "Todhunter Moon" ist der letzte Teil der Trilogie und ich sollte vielleicht endlich mal Teil eins lesen ...hihi...


 
"Die Party" handelt von einer ungleichen Männerfreundschaft und ich bin gespannt, wie schlimm die dunkle Seite sich auswirken wird. "Die Insel der Freundschaft" ist ein Buch über Neuanfänge, und da mir schon sein vorheriges Buch (Rezension) so gut gefallen hat, muss ich bald hier einsteigen. Und da ich irgendwie ein Faible für Japan habe und damit nicht allein bin, musste auch "Herr Origami" einziehen. Ein Japaner in Italien, wegen der Liebe, klingt das nicht toll. "Kollaps" ist der neue Roman von erfolgreichstem SF-Erfolgsautor und ich muss sagen, ich freu mich auf Sterne, Raumschiffe und Abenteuer. Bin über mich selber sehr erstaunt. "Das Lied der Krähen" ist schon ausgelesen und es war absolut genial. Diese Frau kann schreiben, was für ein Wahnsinnsritt. Eine Rezension gibt es auch schon. 


 
Das vorletzte Königskinder Programm ist an den Start gegangen und ich hatte mich schon im März in jeden einzelnen Titel verliebt und deshalb sind alle Buchperlen eingezogen. Auf "Café Morelli" freue ich mich ganz besonders, da ich immer noch sein "Milchmädchen" fest im Herzen trage. Sogar ein Western konnte meine Neugier wecken "Ein weiter Weg". "Der Gesang der Nachtigall", "Lieber Daddy Long Legs" ist eine Neuauflage und dann noch "Nicht nur ein Liebesroman". Alle so hübsch und jetzt mein, ich schwöre, es ist Liebe auf den ersten Blick. 

Das war es nun endlich, viele schöne Bücher, die zum Entdecken und Schmökern einladen. Eins habe ich sogar schon gelesen und mehr werden hoffentlich bald folgen. Diesmal hat sich die Menge etwas in Grenzen gehalten, aber ich fürchte, Oktober wird wieder hart. ... AAHHHH..... Wie war denn euer Monat? Habt ihr viele Bücher einziehen lassen? Waren von unseren Büchern auch welche für euch dabei? Habt ihr davon was auf der Wunschliste, oder sogar schon eins davon gelesen? Ich freu mich auf jeden Fall wahnsinnig auf alle meine neuen Schätze ;-)

Ganz liebe Grüße
Eure, sich in den Lesesessel einkuschelnde, Sharon 
 

Samstag, 21. Oktober 2017

Rezension: Saygin Ersin * Der Meisterkoch

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Atlantik 
ISBN-13: 978-3455001488
Preis: 20,00 EUR
E-Book: 15,99 EUR
Reihe: 1/1
Erscheinungsdatum: Oktober 2017
Übersetzer: Johannes Neuner




Inhalt:
Im Istanbuler Haushalt des Kaufmanns Zümrützade wird hoher Besuch erwartet, nämlich der Waffenmeister des Sultans. Nur für ihn sollen die erlesensten Speisen aufgetragen werden und nur sein Koch soll sie zubereiten. Die Zusammenkunft fällt trotzdem anders aus, als erwartet und am Ende ist der Kaufmann seinen Koch los. Dieser Küchenchef ist ein Künstler seines Berufs, er beherrscht die Zubereitung wie kein anderer und soll im Topkapi-Palast nun für Genuss sorgen. Sein Ruf ist ihn vorausgeeilt und sein kulinarischer Ehrgeiz wird in der Sultanküche vorausgesetzt. Hier steht ihn die ganze Palette an Lebensmitteln und Gewürzen zur Verfügung und hier kann er, fasst an seinem Ziel, mit seinem Talent wirken. Denn dieser Koch hat nicht nur Gaumengenüsse zu bieten, sondern auch eine ganz andere Absicht im Kopf. Er möchte nämlich seine große Liebe wieder finden. Wie will das der Meisterkoch anstellen? Welche Macht hat sein Essen? Und für wem schlägt sein Herz?

Meinung:
Allein diese Gestaltung ist ein wahrer Augenschmaus und der Inhalt verspricht doch wirklich vielversprechende Lesestunden in einer ganz anderen Welt. Ich finde es großartig, das der Atlantik Verlag diese türkische Geschichte veröffentlicht, obwohl wir doch momentan mit Sorge unsere Blicke in diesem Land schweifen lassen. Denn dieser Ort hat so viel zu bieten und gerade Istanbul ist so ein weltlicher Platz in denn Moderne und Altes zusammen harmonieren. Der Oxident mit dem Orient verschmilzt und die Kulturen so lebendig sind und doch herrscht jetzt Unbehagen in der Welt. Da ist doch ein bisschen Zauber angesagt und was verbindet Völker am meisten, gutes Essen.

Wir steigen auch direkt beim Essen ein, denn im Hause des Kaufmanns gibt es eine wahre Festtafel und eine Speise, wird von der nächsten übertroffen. Es wird geschlemmt, gelacht und dann passiert es, der Koch hat etwas zubereitet und das, obwohl bekannt ist, dass der Waffenmeister dieses Mahl auf den Tod nicht ausstehen kann und da wird einem beim Lesen schon bewusst, das unser Küchenmeister mehr ist, als nur ein Koch. Denn das Erstaunen bricht nicht ab, als die Wache kommt und ihn mit in den Palast nimmt und er schon mit gepacktem Bündel wartet und noch mehr werden die Augen groß, als der Meister der Sultansküche, den neuen Koch beiseite nimmt und ihn kennt. Sofort ist die Neugier beim Leser geweckt und man ahnt, hier stimmt was ganz und gar nicht, was heckt dieser Koch aus.

Damit fängt die Geschichte an und wir erfahren nun in jedem Kapitel vorab,  woher der Koch kommt, wie sein Leben verlaufen ist und welche Beweggründe ihn zu seinem jetzigem Handeln führen. Und es ist eine wahre Abenteuerreise, denn unser junger Mann ist ein Beherrscher der Geschmäcker. Er beherrscht es wie kein Zweiter, ein Essen wohlschmeckend zu machen, aber nicht nur das, er verwendet auch ein bisschen Magie, denn er weiß, mit welchen Lebensmitteln und Gewürzen er die Gefühlswelt des Essensverkosters beeinflussen kann. Somit hat er eine unglaubliche Macht, über den Mann und den Palast. Nun fragt man sich unweigerlich, was hat er genau vor und wie will er seine Aufgabe erfüllen. Spannend und magisch kocht man sich mit ihm durch die Kochtöpfe, schnuppert dabei Gewürze, spürt die Hitze und watet durch den Dampfnebel der Küche.

Ich finde, Saygin Ersin hat ein wahres Märchen geschaffen, was einen in eine Zeit führt, die noch voller Magie bespickt ist. Da ich selbst schon in Istanbul war und auch einen kleinen Teil des Topkapi-Palastes besucht hatte, habe ich sofort ein Gefühl dafür gehabt. Diese riesige Anlage, mit ihren bunten Fliesen und ihren unglaublich schönen Bauten, ließen wahrhaft einen vor Augen, die Figuren der alten Zeit erscheinen. Die bunten Stoffe, das Wilde schnattern der Haremsdamen und die einheitliche Palastgarde. Ein wahrer Film aus Farben und Gerüchen, der Autor hat hier wirklich einen zauberhaften Blick ins Istanbul um 1600 geschaffen und einen unglaublich in diese Zeit hineingezogen. Aber nicht nur Istanbul ist ein Schauplatz seines Geschehens, nein, der Meisterkoch muss ja erst mal Meister werden und dafür auf Reisen gehen.

Für mich sprüht dieser Roman nur so von Magie und Märchenhaftem. Der Autor Saygin Ersin schafft mit seiner bildhaften Sprache eine wahre Farbenpracht und mit seinen Beschreibungen über das Essen, sorgt er ständig für Hunger. Seine Geschichte ist nicht nur der Weg eines Meisterkochs, sondern auch der Weg zu sich selbst und natürlich, sorgt er auch für die große Liebe. Ich habe dieses Schmuckstück unheimlich gern gelesen und finde, jetzt ist die perfekte Zeit dafür.

 
Henry und ich lieben Märchen und Essen, deshalb gibt es die vollen Bücherpunkte:
 
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Über den Autor:


Saygın Ersin, 1975 in Manisa/Westanatolien geboren, studierte Soziologie und arbeitete anschließend als Journalist. Heute lebt er als Drehbuchautor und Schriftsteller in Izmir.

Quelle: Atlantik Verlag


Vielen lieben Dank an den Atlantik Verlag für das  Rezensionsexemplar.